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Neumünster Ausstellung über die Opfer des NSU
Lokales Neumünster Ausstellung über die Opfer des NSU
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06:15 06.02.2018
Von Sabine Nitschke
Rechtsanwalt Björn Elberling (von links) vertritt in dem NSU-Prozess einen Nbenkläger aus Kiel, Jonny Griese von Tolzi und Lehrer Ole Vent von der GS Faldera holten die Ausstellung nach Neumünster. Quelle: Sabine Nitschke
Neumünster

"Die Namen der Täter kennt jeder, kaum allerdings die der Opfer. Und die Perspektive der Angehörigen findet in den Medien kaum Beachtung“, erklärte am Sonntag Jonny Griese vom Verein für Toleranz und Zivilcourage, der die Ausstellung nach Neumünster holte. Kein Zufall: Auch der nicht mehr existierende Neonazi-Treff Club 88 stand auf der Kontaktliste eines NSU-Unterstützers. "Der NSU war ein Netzwerk und keine Zelle. Dermaßen detaillierte Ausspäh-Notizen über spätere Opfer in elf deutschen Städten können nie zwei Leute allein gemacht haben", steht für Elberling fest.

Institutionellen Rassismus attestierte er der Polizei in allen Fällen bei der Ermittlung: "Das heißt nicht, dass alle Polizisten Rassisten sind." Aber stets seien rassistische Täter ausgeschlossen, Zeugenhinweisen auf Neonazis und Mitteleuropäer als Tatverdächtige nicht nachgegangen worden. Fest steht für den Anwalt auch: "Die Konsequenz darf nicht sein, dass der Verfassungsschutz jetzt mit noch mehr Personal und Konsequenzen ausgestattet wird. Eher sollte man über sein Abschaffen nachdenken, wie es die Landesregierung Thüringen bereits getan hat."

Strafen für alle Angeklagten erwartet Elberling beim Urteil im April. Wichtig sei, dass dann kein Schlussstrich unter das Thema gezogen werde, wie es die Generalbundesanwaltschaft offenbar vorhabe. Das Thema müsse wach gehalten werden: Schließlich spiele der Begriff "Umvolkung" auch eine Rolle bei der AfD.

Die Ausstellung ist am heutigen Dienstag noch von 17 bis 19 Uhr beim DGB in der Carlstraße zu sehen, dann bis zum 21. Februar in der Gemeinschaftsschule Faldera. Kontakt für Schulklassen: ausstellung-nms@riseup.net.

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