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Neumünster Umrichterwerk für ganz Norddeutschland
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12:00 19.07.2013
Von Karsten Leng
In Einfeld errichtet die Bahn AG ein millionenschweres Umrichterweg für das elektrifizierte Schienennetz Norddeutschlands. Bauleiter Werner Haut hat von seinem „Feldherrnhügel“ einen guten Überblick über den Fortschritt der Arbeiten. Quelle: Karsten Leng
Neumünster

„Der Ausblick über die Baustelle ist von meinem Feldherrnhügel fantastisch“, berichtet Bauleiter Werner Haut. Mehrfach am Tage besteigt er eine Erdabraumhalde am Rand der Baustelle am Aalbrooksweg und verschafft sich einen Überblick über den Fortgang der Arbeiten. Der steigende Güterverkehr auf der Schiene mache die Errichtung des Umrichterwerkes nötig, erklärte er.

Seit den 90er Jahren wird am gleichen Ort in einem kleinen Umspannwerk der per Starkstromleitung aus einer Umrichteranlage der Bahn in Hamburg-Harburg gelieferte 110000 Volt Drehstrom mit einer Frequenz von 16,7 Hertz auf 15000 Volt umgewandelt und direkt in das Hochleitungssystem der Bahn eingespeist. „Das Werk in Hamburg ist veraltet, und damit den Zügen nicht der Strom ausgeht, wurde der Neubau notwendig“, erläuterte Haut. Der Aufwand ist immens. Zwei große Transformatoren mit einer Leistung von jeweils 35 Megawatt werden den per Erdkabel direkt vom Stromanbieter gelieferten 110000 Volt Strom von seiner 50-Hertz-Taktung auf die notwendige 16,7-Hertz-Taktung umwandeln. Bereits fertig sind die beiden riesigen Fundamente, die mit hermetisch versiegelten Ölwannen versehen sind. „Die Transformatoren werden mit Öl gekühlt. Sollten Leckagen entstehen, wird das Öl komplett in den Wannen aufgefangen“, berichtete der Bauleiter. Ein Großteil des so umgewandelten Betriebsstromes wird per Bahn eigener Hochspannungsleitungen in alle Himmelsrichtungen zu kleineren Umspannwerken geschickt, die den Starkstrom auf 15000 Volt „abkühlen“.

Das alte Umspannwerk am Aalbrooksweg hat aber nicht ausgedient. Es wird weiterhin rund ein Drittel des heruntergetakteten Starkstroms in die geforderte 15000-Volt-Betriebsspannung umwandeln und in das Hochleitungssystem an der benachbarten Bahntrasse einspeisen.

Damit das Brummen der Transformatoren zukünftig nicht die Nachtruhe der Bewohner zweier Häuser in der näheren Umgebung der Baustelle stört, werden zwei schallgedämmte Hüllen um die Trafos errichtet. Werner Haut rechnet damit, dass Mitte kommenden Jahres das Umrichterwerk seinen Betrieb aufnehmen kann.

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