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Neumünster

Geld zurück für Postbank-Kunden

Von Karsten Leng

In die Postbank-Affäre ist Bewegung gekommen. Ein Großteil der 115 Kunden aus Norddeutschland, die überwiegend bei der Neumünsteraner Bankfiliale Anlagen in zweistelliger Millionenhöhe gezeichnet hatten, die jetzt nahezu wertlos sind, hat ein Vergleichsangebot des Geldinstituts erhalten. Zu ihnen gehört Peter Kleinjung aus Neumünster.
Foto: Der Protest hat Wirkung gezeigt: Kunden der Postbank-Filiale Neumünster, die ihr Erspartes durch augenscheinlich windige Anlageberatungen der dortigen Berater verloren hatten, machten mit Demonstationen auf ihre verzweifelte Situation aufmerksam.

Der Protest hat Wirkung gezeigt: Kunden der Postbank-Filiale Neumünster, die ihr Erspartes durch augenscheinlich windige Anlageberatungen der dortigen Berater verloren hatten, machten mit Demonstationen auf ihre verzweifelte Situation aufmerksam.

© Leng

Neumünster. Vor wenigen Tagen erhielt der Pensionär Peter Kleinjung (64) von der Hamburger Rechtsanwaltskanzlei, die die Geschädigten vertritt, per E-Mail die Benachrichtigung, dass die Postbank ihm ein Vergleichsangebot unterbreitet. Ausgehend von dem Nominalwert seiner Anlagen in Höhe von rund 65000 Euro erhalte er 59,5 Prozent (rund 38500 Euro) erstattet, wenn er dem Vergleich zustimmt. Da Kleinjung über die Jahre auf die Anlagen Ausschüttungen in Höhe von rund 25500 Euro erhalten habe, die er behalten „darf“, würden somit insgesamt 97,3 Prozent seines eingesetzten Kapitals an ihn zurückgeführt, rechnet die Postbank das Angebot schön. Damit habe Kleinjung eines der höchsten Vergleichsangebote erhalten, bestätigt die Kanzlei. Der überwiegende Teil der Geschädigten werde zwischen 50 und 60 Prozent ihres eingesetzten Kapitals zurückerhalten.

 Im Herbst des vergangenen Jahres hatte – wie berichtet – eine noch kleine Gruppe augenscheinlich Geprellter mit Demonstrationen vor der Neumünsteraner Hauptpost bundesweite Aufmerksamkeit erlangt. Ihr Vorwurf lautete, dass sie von den Anlageberatern der Filiale getäuscht worden seien. Aufgrund der Namensschilder der Berater, deren Telefonnummern und E-Mail-Adressen sei den Kunden nicht bewusst gewesen, dass es sich nicht um Mitarbeiter der Postbank, sondern des Tochterunternehmens Postbank Finanzberatung AG gehandelt habe. Des Weiteren hätten die Berater verschwiegen, dass sie hochspekulative Anlagen empfahlen und die vereinbarte Vermittlungsgebühr (Agio) über eine verdeckte Kapitalabführung weitaus größer war als vertraglich abgeschlossen. Die Berichterstattung in den Medien sorgte dafür, dass sich weitere Betroffene bei der Rechtsanwaltskanzlei meldeten.

 „Was ich hab’, das hab’ ich. Ich werde den Vergleich annehmen“, sagt Peter Kleinjung. „Ich komme mit einem blauen Auge davon.“  Auf die Frage, ob er das Kapital, das ihm zurückerstattet wird, in Wertpapiere investieren werde, gibt Kleinjung ohne Zögern eine knappe Antwort: „Nein!“ Sein Vertrauen in Banken und deren Beratung im Investmentbereich sei „absolut zerschlagen“.

 Informationen: Tel. 0170/5832338

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