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Neumünster Stadtwerke verlangen Zwangsrabatt
Lokales Neumünster Stadtwerke verlangen Zwangsrabatt
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10:00 06.12.2018
Von Thorsten Geil
Im Kraftwerk der SWN an der Bismarckstraße werden Strom und Fernwärme erzeugt. Quelle: Michael Braasch
Neumünster

Mehrere dutzend, vermutlich sogar hunderte Dienstleister und Lieferanten der SWN aus ganz verschiedenen Branchen haben in den vergangenen Wochen Post bekommen. Mehrere Schreiben liegen unserer Zeitung vor. Unter dem Betreff „Standardisierung der Zahlungsbedingungen“ erfuhren die Unternehmer, dass die SWN „die Prozesse schlanker und effizienter gestalten“ werden und damit „einen Beitrag zur einfachen, standardisierten Kommunikation mit all unseren Lieferanten“ leisten.

Wer dachte, es geht um eine Vereinfachung der Abrechnung oder einen Vorschlag zur angenehmeren Zusammenarbeit, sah sich bereits im nächsten Satz getäuscht: „In einem ersten Schritt werden wir die Zahlungsbedingungen zum 1.Dezember auf 14 Tage 5 % Skonto, 30 Tage 3 % Skonto oder 90 Tage netto umstellen.“ Das heißt: Wer den SWN etwas geliefert hat, eine Rechnung schickt und den vorher vereinbarten Betrag auch wirklich haben möchte, muss drei Monate darauf warten. Wer sein Geld pünktlich oder zumindest halbwegs pünktlich erwartet, muss 5 oder 3 Prozent Zwangsrabatt gewähren.

Innerhalb weniger Tage mussten die Lieferanten sich entscheiden, welche Zahlungsmodalitäten sie wollen. Oder: „Sollten wir bis zum (Datum) keine Rückmeldung von Ihnen erhalten, werden wir verbindlich in Ihren Kreditorenstammdaten 30 Tage 3Prozent Skonto festlegen. Herzlichen Dank für Ihre Kooperation! Ihr SWN-Einkauf.“

Mehrere Unternehmer, allesamt Vertreter angesehener Firmen aus Neumünster und Umgebung, haben sich gegenüber den KN zu diesem Brief geäußert, aber keiner möchte seinen Namen oder seine Branche in der Zeitung genannt wissen; alle wollen auch künftig mit SWN Geschäfte machen und befürchten Strafaktionen. Der Tenor ist aber bei allen gleich: „Das ist eine Frechheit. So geht man nicht mit Lieferanten um, schon gar nicht in diesem Tonfall und ohne jegliche Vorwarnung.“

SWN-Geschäftsführer Thomas Junker bestätigte den Brief, der an zahlreiche, aber nicht an alle Dienstleister herausgegangen sei: „Es muss für beide Seiten passen.“

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