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Neumünster NPD-Kundgebung in Neumünster abgesagt - Dafür Gegendemos
Lokales Neumünster NPD-Kundgebung in Neumünster abgesagt - Dafür Gegendemos
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16:49 07.05.2012
Von Karsten Leng
Mehrere hundert Menschen protestieren am Samstag (05.05.2012) gegen eine geplante NPD-Veranstaltung in Neumünster. Ein Bündnis von Parteien und Gewerkschaften hatte zu dem Protest aufgerufen. Die NPD hatte ihre Veranstaltung kurzfristig abgesagt. Quelle: Foto dpa

Damit ist innerhalb von vier Tagen ein zweiter Versuch der NPD einer Demonstration in Neumünster fehlgeschlagen.  Am 1. Mai waren 100 Rechtsradikale auf einer ungenehmigten Strecke in die Innenstadt von Polizeikräften festgesetzt und die Demonstration wie berichtet aufgelöst worden.

Die Nachricht über die kurzfristige Absage der NPD-Demonstration am Sonnabend verbreitete sich bei den Organisatoren der Gewerkschafts-Demonstration  nur zögerlich. Versammlungsleiter Christoph Ostheimer vom Bündnis gegen Rechts wurde erst durch die Medien am frühen Vormittag darüber informiert.

Am Freitagabend hatte der Sender NDR-Info gemeldet, dass der Pressesprecher der NPD, Jörn Lemke, auf Nachfrage angekündigt habe, dass die NPD die Demonstration absagen würde. Da bei der Neumünsteraner Ordnungsbehörde keinerlei schriftliche Absage eingegangen war, setzte sich deren Leiter Udo Wachholz gegen 22.15 Uhr telefonisch mit dem Landesvorsitzenden der NPD, Jens Lütke, in Verbindung. Wachholtz habe Lütke angedroht, dass die NPD die Kosten des Polizeieinsatzes zu tragen habe, wenn nicht eine schriftliche Absage bei der Behörde eingeht, berichtete Stadtsprecher Stephan Beitz.  Lütke reagierte prompt. Gegen 22.28 Uhr erklärte er in einer E-Mail an die Behörde, dass die NPD-Kundgebung abgesagt sei. Er begründete dieses mit dem „nach seiner Ansicht grob rechtswidrigen Auflagenbescheides“  der Neumünsteraner Ordnungsbehörde. Diese hatte der NPD nur eine Standdemo auf einem Parkplatz direkt am Bahnhof genehmigt. Der beantragte Protestzug durch die Innenstadt war abgelehnt worden.

 „Es ist ein Sieg für uns. Dennoch müssen wir wachsam bleiben. Wir wollen erreichen, dass Nazis in Neumünster keine Chance mehr haben, ihre Propaganda auf den Straßen zu verbreiten“, erklärte Versammlungsleiter Ostheimer zum Beginn der Gewerkschafts-Kundgebung vor rund 800 Demonstranten. Alle demokratischen Parteien, die Kirche, das Bündnis gegen Rechts und der Runde Tisch für Toleranz und Demokratie hatten nach Bekanntwerden der Demo-Pläne der NPD  am Mittwoch Aufrufe für die Teilnahme an der Gegendemonstration gestartet. Von starken Polizeikräften begleitet, setzte sich der Zug zur zentralen Kundgebung auf dem Großflecken in der Innenstadt in Bewegung.

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