1 ° / -1 ° wolkig

Navigation:
Aufregung um ein Konzert und ein Video

NPD gegen Antifa Aufregung um ein Konzert und ein Video

Neumünsters NPD-Ratsherr Mark Proch hat das örtliche Jugendzentrum AJZ in einer Videobotschaft als Treffpunkt von gewaltbereiten Antifa-Leuten beschrieben. Dagegen verwahrt sich der AJZ-Trägerverein in einem offenen Brief. Man sei seit 1971 eine Einrichtung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit.

Voriger Artikel
Erste Leerstands-Läden sind vermietet
Nächster Artikel
Veranstaltung seit Wochen ausverkauft

Das Haus der „Aktion Jugendzentrum“ in Neumünster.

Quelle: Thorsten Geil

Neumünster. Der Verein „Aktion Jugendzentrum Neumünster“ (AJZ) hat sich in einem offenen Brief an den NPD-Ratsherrn Mark Proch gewandt und ihn scharf kritisiert. Der Verein prüfe rechtliche Schritte gegen Proch, weil der das Jugendzentrum in einem Internetvideo als Treffpunkt von gewaltbereiten „vermummten Horden“ der Antifaschistischen Aktion (Antifa) bezeichnet habe.

Die NPD und andere Teile des rechten Spektrums pflegen seit Jahren eine Feindschaft mit dem AJZ, das traditionell ein politisch links aufgestellter Treffpunkt ist. Das AJZ legt aber großen Wert auf seine Grundlagen und teilt die dem NPD-Mann Proch in dem offenen Brief auch noch einmal mit: „Das AJZ ist eine Einrichtung der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, in der seit 1971 erfolgreich pädagogische Angebote für junge Menschen durchgeführt werden. Unser Trägerverein beschäftigt mehrere pädagogische Mitarbeiter und wird hierfür von der Stadt Neumünster finanziert. Zur Zeit wird unser Haus täglich von 50 bis 70 Kindern und Jugendlichen von 6 bis 21 Jahren, überwiegend aus einkommensschwachen Familien, als verlässliche Anlaufstelle und sicherer Freizeitort genutzt.“

Proch hatte sich in seinem Youtube-Video mit der Reaktion der Antifa Neumünster auf ein geplantes Konzert in der Gaststätte Titanic beschäftigt und dabei vor dem AJZ filmen lassen. Der Sänger Harry Schmidt (“Big Harry“) wollte mit seiner Band am vergangenen Wochenende in der Titanic auftreten. Das hatte die Antifa in den sozialen Netzwerken angeprangert, da die Titanic ein Treffpunkt der rechten Szene sei. Harry Schmidt sagte den Auftritt ab und distanzierte sich von jeder politischen Vereinnahmung: „Ich bin nicht rechts, ich bin aber auch nicht links, ich bin einfach nur Harry. Wir machen Musik, mehr nicht. Ich trete auch bei der Feuerwehr auf und bin kein Feuerwehrmann. Und falls ich irgendwo gespielt habe, wo auch ein Rechter war, bin ich noch lange kein Rechter.“

Proch sagte in seinem Video, die Antifa Neumünster sei eine „linksextremistische kriminelle Vereinigung, die sich im AJZ trifft“. Antifa-Leute würden „gewaltbereit Steine auf politische Gegner oder auf Menschen, die nicht ihrer Weltauffassung entsprechen, schmeißen und auch vor weiteren Gewalttaten nicht zurückschrecken“. Das AJZ kritisiert in dem öffentlichen Brief, durch Prochs Video entstehe der Eindruck, „dass die von Ihnen herbeifantasierten Straftaten ihren Ausgangspunkt in unserem Jugendzentrum hätten“. Das gehe an der Realität vorbei.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Thorsten Geil
Chefreporter Neumünster

Mehr aus Neumünster 2/3