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Neumünster Bedürftige verhüten auf Staatskosten
Lokales Neumünster Bedürftige verhüten auf Staatskosten
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06:00 06.11.2018
Von Thorsten Geil
Urte Kringel, Leiterin der Beratungsstelle Neumünster von Pro Familia. Quelle: Thorsten Geil
Neumünster

2017 und 2018 zahlte die Stadt dann bereits 25.000 jährlich an die Beratungsstellen Pro Familia und Donum Vitae, die die Frauen beraten, ihre Anträge prüfen, die Rechnungen der Apotheken oder Ärzte bezahlen und mit der Stadt abrechnen. Dafür bekommen sie eine Fallpauschale von 25 Euro. Etwa 95 Prozent der Anträge kommen von Pro Familia, die anderen von Donum Vitae.

Mitte des Jahres ist das Budget erschöpft

Das Geld reicht aber hinten und vorne nicht. „Spätestens Mitte des Jahres sind die Mittel immer weg. Wir führen dann Wartelisten“, erzählt Urte Kringel, Leiter von Pro Familia in Neumünster. 2018 musste sie bereits im Juni 25 Frauen abweisen, die die Pille finanziert haben wollten.

Nun hat die Stadt für das laufende Jahr bereits 10.000 Euro draufgelegt, aber auch die werden nicht reichen, um bis Jahresende alle Anträge zu bewilligen. 154 Anträge sind in diesem Jahr bereits bei Pro Familia gestellt worden.

Viele Frauen sind durchaus guten Willens

Urte Kringel findet die jetzige Regelung richtig und sinnvoll. „Es gehört zu den Aufgaben unseres Gemeinwesens, in existenziellen Fragen zu helfen. Dazu gehört besonders das Leben in der Familie“, sagt sie. Natürlich wäre es schön, wenn alle Frauen ihre Schwerpunkte so setzten, dass sie nicht ungewollt schwanger würden. Aber manche Menschen bräuchten dabei einfach Unterstützung. Urte Kringel: „Viele Frauen sind durchaus guten Willens, aber dann kommen plötzlich ungeplante Ausgaben. Und dann ist manchmal einfach kein Geld mehr für die Pille da“, sagte sie.

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