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Neumünster Das Wohl der Kinder ist das Wichtigste
Lokales Neumünster Das Wohl der Kinder ist das Wichtigste
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06:00 30.11.2018
Von Thorsten Geil
In Neumünster leben etwa 120 Kinder in Pflegefamilien. Quelle: fotolia
Neumünster

Der Pflegekinderdienst betreut derzeit etwa 120 Kinder, die in rund 60 Familien leben (die meisten in Neumünster, aber auch in den Umlandgemeinden). Das Besondere am Konzept der Neumünsteraner ist, dass die Eltern nur eine einzige Anlaufstelle haben, nämlich den Pflegekinderdienst an der Plöner Straße 2.

Keine Mutter und kein Vater machen sich die Entscheidung leicht, ihr Kind wegzugeben. „Aber es gibt immer Situationen, wo es einfach unlösbare Probleme gibt. Bis es soweit kommt, bieten wir aber auch viele Hilfen an“, sagt Claudia Hecht-David aus dem Pflegekinderdienst. Über allem steht die Maxime: Das Wohl der Kinder ist das Wichtigste.

 „Ich hatte mit einigen Dingen zu kämpfen"

Zum Pressetermin in der Behörde kam auch eine Mutter (21), die nach vier Monaten mit ihrer kleinen Tochter Marie zu der Erkenntnis kam, dass sie überfordert sei. „Ich hatte mit einigen Dingen zu kämpfen und mir Hilfe beim Amt gesucht. Das hat mir auch sehr geholfen. Aber ich wollte, dass es meiner Tochter besser geht. Ich hätte es mir nicht verziehen, wenn was passiert wäre“, sagte die junge Frau, die ihren Namen nicht nennen möchte. Nach vielen Gesprächen in der Behörde stimmte sie zu, dass Marie in eine Pflegefamilie kommt.

Seit gut zwei Jahren wohnt Marie nun bei Birgit (50) und Michael Wolf (51). Sie haben zwei eigene Kinder großgezogen und vor 22 Jahren die ersten Pflegekinder aufgenommen; später kamen weitere dazu. „Das war und ist jedes Mal eine Entscheidung fürs Leben. Man nimmt ja mit dem Kind quasi auch dessen Familie mit auf“, sagte Birgit Wolf. Denn das Ziel ist, dass die leiblichen Eltern (und auch die Großeltern) weiter Kontakt zum Kind halten.

Irgendwann sagt das eigene Kind "Mama" zur Pflegemutter

Im Falle von Marie klappt es vorbildlich. Ihre Mutter kommt regelmäßig zu den Wolfs, verbringt dort Zeit mit ihrer Tochter oder unternimmt Ausflüge. Die Wolfs kennen auch die ganze Familie von Maries Mutter und haben ein gutes Verhältnis. „Das hilft einfach für das gegenseitige Verständnis. Für die Familie ist es auch nicht leicht, wenn die Tochter ihr Kind weggibt“, sagt Michael Wolf. Und wenn das eigene Kind irgendwann „Mama“ zur Pflegemutter sagt, muss man das als leibliche Mutter auch aushalten können.

Wer Interesse hat, ein Pflegekind aufzunehmen, kann sich an die Stadt Neumünster wenden. Ansprechpartnerin ist Wiebe Broszeit-Kruse, Tel. 04321/942-2354, E-Mai wiebe.broszeit-kruse@neumuenster.de

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