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Neumünster Ein Märtyrer aus Neumünster
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06:00 06.10.2018
Von Thorsten Geil
Eduard Müller (hier im Garten des Pfarrhauses in Lübeck) lehnte den Nationalsozialismus ab und verbreitete die kritischen Predigten von Kardinal Clemens Graf von Galen. Quelle: Propsteigemeinde Lübeck
Neumünster

Eduard Müller wurde 1911 als jüngstes von sieben Kindern in Neumünster geboren. Getauft wurde er in St. Vicelin, die heute St. Maria-St. Vicelin heißt. Eduard spielte schon als kleiner Junge Gottesdienst mit den Nachbarskindern, besuchte den Kindergarten der Elisabeth-Schwestern im alten Pfarrhaus an der Bahnhofstraße.

Nach der Volksschule lernte er Tischler, weil an die Erfüllung seines sehnlichsten Wunsches, ein Priesterstudium, aus finanziellen Gründen nicht zu denken war. Eduard stürzte sich in die Gemeinde- und Jugendarbeit, wurde Führer des katholischen Jungmännerbundes „Sturmschar Neumünster“ und organisierte Ausflüge mit Jugendlichen.

Der junge Kaplan Bernhard Schräder erfuhr von dem Wunsch seines Messdieners und setzte sich für ihn ein. In der ganzen Gemeinde wurde für Müller gesammelt, und mit Hilfe vieler Förderer konnte er das Abitur machen und studieren. „So ist unser Eduard Müller buchstäblich ein Kind und Priester der Gemeinde Neumünster gewesen wie kein anderer“, schrieb 1949 seine frühere Lehrerin Maria Meures.

Im Juli 1940 war Müller in Osnabrück zum Priester geweiht worden und hatte wenige Wochen später seine erste Pfarrstelle in Lübeck angetreten. Dort lernte er seine drei Mitstreiter kennen: die katholischen Kapläne Johannes Prassek und Hermann Lange sowie den evangelischen Pastor Karl Friedrich Stellbrink.

Sie waren sich einig in der Ablehnung des Nationalsozialismus’ und verbreiteten kritische Predigten von Kardinal Clemens Graf von Galen, der sich gegen die Verfolgung von Juden und Behinderten ausgesprochen hatte. Doch die vier Geistlichen wurden verraten, verhaftet und vom Volksgerichtshof wegen „Wehrkraftzersetzung, Heimtücke, Feindbegünstigung und Abhören von Feindsendern“ zum Tode verurteilt. Die vier Gottesmänner wurden am 10. November 1943 im Abstand von je drei Minuten durch das Fallbeil getötet.

Sie gingen als die „Lübecker Märtyrer“ in die Geschichte ein. Nach einem langen Prozess innerhalb der katholischen Kirche wurden die drei Kapläne 2011 vom Papst selig gesprochen. Pastor Stellbrink konnte natürlich nicht katholisch selig gesprochen werden, aber er wurde und wird gleichberechtigt geehrt. Das gilt auch für die 70-Cent-Briefmarke, die die Post ab dem 11. Oktober herausgibt und nach 75 Jahren an den Tod der Märtyrer erinnert.

Weitere Bilder von Eduard Müller.
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