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Neumünster Medizin-Modellprojekt kommt
Lokales Neumünster Medizin-Modellprojekt kommt
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06:00 09.11.2018
Von Thorsten Geil
Das Friedrich-Ebert-Krankenhaus. Quelle: kol: Karsten Leng
Neumünster

Damit kann in Neumünster ein individuelles Präventionsmanagement-Programm entstehen, das bundesweit Vorreiter sein wird. Das Konzept hat Dr. Ivo Markus Heer geschrieben, der Ärztliche Direktor des FEK. „Wir freuen uns alle sehr. Das wird unser Haus und viele Patienten nach vorn bringen“, sagte er.

Die Idee dazu stammt aus einem anderen Modellprojekt, das Heer vor ein paar Jahren entwickelt hat: „Begleitet ins Leben“. Dafür wurden Hebammen speziell geschult, einen anderen Blick auf Familien in sozial schwierigen Verhältnissen zu werfen, dort Sorgen und Gefahren für die Mütter und Kinder zu entdecken und Hilfen anzubieten.

An die Ursachen ran, nicht nur Symptome behandeln

Das Sozialmedizinische Zentrum soll sich um Patienten mit speziellen Risiken kümmern, etwa Suchtkrankheiten, Adipositas, Asthma, schwerem Diabetes oder auch Sprachstörungen. Heer: „In der täglichen Praxis fehlt oft die Zeit, diese Patienten auf Prävention anzusprechen. Wenn sie ihre Probleme aber nicht angehen, kommen sie immer wieder zu uns.“ Speziell ausgebildete Lotsen sollen diese Aufgabe übernehmen und gleich konkrete Hilfen anbieten.

Gemeinsam mit freien Trägern will Ivo Markus Heer nun ein Feinkonzept entwickeln. Das Zentrum soll direkt im FEK angesiedelt werden, damit es kurze Wege gibt. Dort sollen den Patienten Vorschläge gemacht werden, wie sie ihr spezielles Risiko mindern können, etwa durch gezielte Gewichtsreduktion oder spezielle Therapien. „Wir müssen an die Ursachen der Probleme ran, nicht nur die Symptome behandeln“, sagt Heer.

Das ist auch volkswirtschaftlich sinnvoll

Nach seinen Berechnungen ist das auch volkswirtschaftlich sinnvoll: „Wenn von drei chronisch kranken Patienten nur einer nicht wieder zum stationären Aufenthalt kommt, rechnet sich das schon.“

Für das Projekt hatten sich die beiden Bundestagsabgeordneten Melanie Bernstein (CDU) und Gabriele Hiller-Ohm (SPD) sowie die SPD-Landtagsabgeordnete Kirsten Eickhoff-Weber eingesetzt. "Das ist ein großer Erfolg für Neumünster!", freuten sich die beiden Sozialdemokratinnen. Über das Förderprogramm sollen auch in den kommenden Jahren Mittel nach Neumünster fließen.

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