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Filme und Informationen in acht Sprachen

Neumünster TV Filme und Informationen in acht Sprachen

„Das ist in Deutschland einmalig“, sagt Ibrahim Ortacer. Er ist der Kopf von Neumünster TV und hat damit die Integration 2.0 gestartet. Via Smartphone-App und über soziale Medien gibt es kleine Filmbeiträge in acht Sprachen, die zur Orientierung für Migranten gedreht wurden.

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Für das Integrations-Projekt Neumünster TV nehmen Bader Antaki (links) und Ibrahim Ortacer auch Filme mit Jessica Polischuk auf, die über die anstehende Jugendparlamentswahl im April informieren möchte.

Quelle: Anja Rüstmann

Neumünster.  Ob Beratungsstellen, Rathaus oder Jobcenter – Ortacer und sein Team stellen alles vor. Dazu gibt es lokale Nachrichten, Informationen aus der Kommunalpolitik und Veranstaltungshinweise auf deutsch, türkisch, arabisch, bulgarisch, rumänisch, russisch, französisch und englisch.

Ob es ums Fahrradfahren in der Dunkelheit geht oder das Bildungszentrum Vicelinviertel, das neue Polizeirevier in der Parkstraße, die anstehende Kommunalwahl oder die erste Demokratiekonferenz in Neumünster: Das Angebot ist breit gefächert und soll den Zugezogenen die Stadt näher bringen. Träger von Neumünster TV ist die Türkische Gemeinde Neumünster, Kooperationspartner sind der Runde Tisch für Toleranz und Demokratie sowie das Forum der Vielfalt. Ein Dutzend ehrenamtliche Mitarbeiter hat das Projekt bereits, darunter sieben Dolmetscher und zwei Kameramänner. Einer von ihnen ist Bader Antaki (29): Er kommt aus Damaskus und lebt seit rund anderthalb Jahren in Neumünster. Und hilft gerne.

Die App hat Ortacer selber programmiert. „Fast jeder Migrant hat ein Smartphone, so erreichen wir die neuen Mitbürger“, sagt er. Ein Klick auf die gewünschte Sprache, und der Nutzer wird zum YouTube-Kanal weitergeleitet und kann sich die verschiedenen Clips ansehen. Ganz neu im Team ist Jessica Polischuk (16). Ihr liegt die Jugendparlamentswahl im April am Herzen. Darüber will sie informieren.

Ibrahim Ortacer (35) ist 2002 nach Deutschland gekommen und setzt sich seit vielen Jahren für die Integration ein. „Ich konnte damals keinen Sprachkursus besuchen“, erzählt er. Die Schwierigkeiten der Zuwanderer hat er am eigenen Leib erlebt. Deshalb möchte er, dass es für die neuen Nachbarn jetzt besser läuft, vor allem einfacher. Die App „Neumünster TV“ kann kostenlos heruntergeladen werden, die Film-Bibliothek füllt sich langsam. Für das kommende Jahr hat sich das Team einiges vorgenommen.

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Ein Artikel von
Anja Rüstmann
Holsteiner Zeitung

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