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Neumünster Weihnachtsleute kamen in 28 Lastzügen
Lokales Neumünster Weihnachtsleute kamen in 28 Lastzügen
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07:35 24.12.2017
Von Thorsten Geil
Manfred Willms aus Neumünster war als Weihnachtsmann unterwegs: Er fuhr beim Weihnachtspäckchenkonvoi von Round Table 132.000 Päckchen durch halb Europa. Hier ist er in einem bulgarischen Kinderheim zu sehen (hinten links). Quelle: Manfred Willms

Vor 15 Jahren fuhren einige Mitglieder des Service-Clubs Round Table Hanau mit ein paar Freunden ein paar Weihnachtsgeschenke in ein rumänisches Kinderheim. Daraus ist eine gigantische, alljährliche Bewegung geworden, eine der größten deutschen Spendensammlungen und -transporte. Im Advent 2017 gingen nun rund 250 Clubmitglieder aus ganz Deutschland auf eine große Reise, um Kindern in Bulgarien, Rumänien, Moldawien und der Ukraine eine Freude zu machen. Manfred Willms aus Neumünster war als einer der wenigen Schleswig-Holsteiner dabei. Und wenn er davon erzählt, dann leuchten seine Augen.

An einem Sonnabendmorgen trafen sich die Mitglieder aus vier Clubs der Round-Table-Familie (Round Table, Old Tablers, Ladies Circle und Tangent) auf dem Hof einer Spedition in Hanau. „Da standen 28 Lastzüge, acht Busse und vier Begleitfahrzeuge. Die Lkw waren voll bis unters Dach mit 132.000 Päckchen“, sagt Willms (74), der als ältester Teilnehmer auf die Reise ging. Er war 1972 der Initiator von Round Table (RT) Neumünster, 1997 Mit-Gründer von Old Tablers (OT) Neumünster und engagiert sich als Sekretär von OT Deutschland sogar auf Bundesebene.

Der logistische Aufwand des Weihnachtspäckchen-Konvois ist gigantisch. Die Päckchen haben die Club-Mitglieder vorher bundesweit in ihren Städten eingeworben und selber gepackt. Die Fahrzeuge wurden von Mitgliedern oder von befreundeten Speditionen zur Verfügung gestellt. Mitglieder mit Lkw-Führerschein wurden gesucht und mitgeschnackt, Reiserouten ausbaldowert, Kontakte zu Partnerclubs in Südosteuropa hergestellt.

Manfred Willms fuhr mit einer Truppe nach Plovdiv in Bulgarien. 36 Stunden mit ständigen Fahrerwechseln, ohne Übernachtung. „Die Zeit ist vergangen wie im Flug. Wir sind in der Round-Table-Familie alle miteinander befreundet, auch wenn wir uns noch nie gesehen haben“, sagt Willms.

In Plovdiv wurden die Deutschen von bulgarischen Tablern empfangen, die alles organisiert hatten. „Dort haben wir drei Tage im Hotel gewohnt und tagsüber die Waisenheime, Kindergärten und Schulen besucht, die die Einheimischen ausgesucht hatten“, sagt Willms. Auch in einer Roma-Siedlung, die die Deutschen an ein Ghetto erinnerte, beschenkten sie die Kinder. Unzählige strahlende Kinderaugen haben die Deutschen gesehen, als die Kinder die Päckchen aufrissen.

Nach einer Woche waren Willms und seine Mitstreiter wieder zu Hause, völlig kaputt, aber glücklich. „Alt und Jung haben gemeinsam etwas bewegt. Und wir haben gespürt, dass wir etwas Gutes getan haben. Ein tolles Erlebnis!“

Manfred Willms aus Neumünster war als Weihnachtsmann unterwegs: Er fuhr beim Weihnachtspäckchenkonvoi von Round Table 132.000 Päckchen durch halb Europa.
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