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Neumünster Post ehrt Eduard Müller mit Briefmarke
Lokales Neumünster Post ehrt Eduard Müller mit Briefmarke
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06:30 06.10.2018
Von Thorsten Geil
Eduard Müller wurde für kritischen Predigten 1942 verhaftet und 1943 hingerichtet. Quelle: Privat
Neumünster

Eduard Müller wurde 1911 als jüngstes von sieben Kindern in Neumünster geboren. Getauft wurde er in St. Vicelin, die heute St. Maria-St. Vicelin heißt. Nach der Volksschule lernte er Tischler, weil an die Erfüllung seines sehnlichsten Wunsches, ein Priesterstudium, aus finanziellen Gründen nicht zu denken war. Eduard stürzte sich in die Gemeinde- und Jugendarbeit, wurde Führer des katholischen Jungmännerbundes „Sturmschar Neumünster“ und organisierte Ausflüge mit Jugendlichen.

Kritische Predigten gegen den Nationalsozialismus

Der junge Kaplan Bernhard Schräder erfuhr von dem Wunsch seines Messdieners und setzte sich für ihn ein. In der ganzen Gemeinde wurde für Müller gesammelt, und mit Hilfe vieler Förderer konnte er das Abitur machen und studieren.

Im Juli 1940 wurde Müller in Osnabrück zum Priester geweiht und trat wenige Wochen später seine erste Pfarrstelle in Lübeck an. Dort lernte er seine drei Mitstreiter kennen: die katholischen Kapläne Johannes Prassek und Hermann  Lange sowie den evangelischen Pastor Karl Friedrich Stellbrink. Sie waren sich einig in der Ablehnung des Nationalsozialismus’ und verbreiteten kritische Predigten von Kardinal Clemens Graf von Galen. Doch die vier Geistlichen wurden verraten, verhaftet und vom Volksgerichtshof wegen „Wehrkraftzersetzung, Heimtücke, Feindbegünstigung und Abhören von Feindsendern“ zum Tode verurteilt.

Als am 10. November 1943 im Hamburger Gefängnis am Holstenglacis wurden die vier Gottesmänner wurden im Abstand von je drei Minuten durch das Fallbeil getötet, ihre Leichen im Krematorium des KZ Neuengamme eingeäschert.

2011 wurden die Kirchenmänner selig gesprochen

Die vier Männer gingen als die „Lübecker Märtyrer“ in die Geschichte ein. Nach einem langen Prozess innerhalb der katholischen Kirche wurden die drei Kapläne 2011 vom Papst selig gesprochen. Pastor Stellbrink konnte natürlich nicht katholisch selig gesprochen werden, aber er wurde und wird gleichberechtigt geehrt.

Das gilt auch für die 70-Cent-Briefmarke, die die Post ab dem 11. Oktober herausgibt und nach 75 Jahren an den Tod der Märtyrer erinnert.

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Eduard Müller war ein Gegner der Nationalsozialisten. In Predigten verurteilte der katholische Kaplan aus Neumünster ihre Verbrechen – und bezahlte dafür mit seinem Leben. Er wurde als einer der „Lübecker Märtyrer“ vom Papst selig gesprochen. Jetzt wird er erster Neumünsteraner auf einer Briefmarke.

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