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Neumünster Bundespräsident auf dem Wochenmarkt
Lokales Neumünster Bundespräsident auf dem Wochenmarkt
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16:53 08.03.2019
Von Thorsten Geil
Bundespräsident Frank Walter Steinmeier spricht bei seinem Besuch auf dem Wochenmarkt mit einer Verkäuferin. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Neumünster

Vor dem Rathaus traf er auch kurz auf einige Schüler, die eine Mahnwache für den Klimaschutz hielten. Sie hatten vorher über die Stadtverwaltung im Bundespräsidialamt angefragt, ob sie das dürften, und Steinmeier soll das ausdrücklich begrüßt haben.

Viele Erwachsene hätten noch nicht gemerkt, "dass es fünf vor Zwölf ist", sagte Steinmeier zu den "Fridays For Future"-Schülern und lobte ihr Engagement. Es war das erste Mal, dass sich der Bundespräsident zu den Freitagsdemos äußerte.

Steinmeier: Nicht jammern, handeln!

Es gebe deutschlandweit viele, die sich derzeit engagierten, würdigte das Staatsoberhaupt. Manche kämpften für Klima und Umwelt, manche gegen Rassismus, manche für die Demokratie und manch andere - "das wird auch immer wichtiger" - für Anstand im Netz. "Ich freue mich jedenfalls, dass ihr euch einsetzt und dass ihr anders seid als diejenigen, die immer nur sagen 'man kann ja sowieso nichts tun' - man kann etwas tun."

Die junge schwedische Umweltaktivistin Greta Thunberg habe dies gezeigt. "Ihr seid wahrscheinlich angesteckt durch dieses Engagement, so dass wir uns eigentlich nur herzlich bedanken können, euch ermutigen, das weiter zu tun - innerhalb der Schule natürlich als Thema im Schulunterricht und natürlich auch außerhalb der Schulzeit."

Besuch im sozialen Brennpunkt

Nach dem Eintrag in das Goldene Buch wurde Steinmeier in das Bildungszentrum Vicelinviertel gefahren. In diesem Viertel, einem sozialen Brennpunkt in der Innenstadt, gab es bereits einmal die landesweit niedrigste Wahlbeteiligung bei einer Landtagswahl.

Sicher auch aus diesem Grund hatte der Landesbeauftragte für politische Bildung, Christian Meyer-Heidemann, den Bundespräsidenten bei einer Begegnung in Berlin zu einem Besuch nach Neumünster eingeladen.

Steinmeier hörte aufmerksam zu

Hier diskutierte Steinmeier mit Vertretern von Bildungs- und Integrationsprojekten - und hörte aufmerksam zu. Bei Kaffee und Gebäck moderierte der Bundespräsident das Gespräch und stellte detaillierte Nachfragen. "Das war ganz toll! Ich fühlte mich sehr wertgeschätzt", sagte Elisabeth Dannenmann, die Leiterin der Neumünsteraner Awo-Kita Zwergenland. Sie war eine der vier Gesprächspartner. Ihre Einrichtung war 2005 die bundesweit erste Kita gemäß dem Projekt "Kinderstube der Demokratie"; seit 2017 ist sie als Demokratie-Kita zertifiziet.

Anschließend aß Steinmeier mit Teilnehmern des Projekts "New Ways for Newcomers" zu Mittag. Hier bringen Migranten den neuen Flüchtlingen nicht nur die deutsche Sprache bei, sondern vermitteln ihnen auch die Werte der deutschen Gesellschaft.

Letzter Punkt auf der Reise des Präsidenten ist eine Kaffeetafel im Gerisch-Skulpturenpark. Dort spricht er mit geladenen Gästen über "Rollenbilder und Rollenkonflikte im Einwanderungsland."

Lesen Sie auch zu #fridaysforfuture: Schüler aus Kronshagen rockt "Hart aber fair"-Sendung

Fotostrecke: Frank-Walter Steinmeier in Neumünster

Weitere Fotos vom Besuch des Bundespräsidenten in Neumünster.
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