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Neumünster Stiller Protest gegen NPD-Infostand
Lokales Neumünster Stiller Protest gegen NPD-Infostand
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20:32 06.10.2012
Von Karsten Leng
 Bürger protestieren vor dem NPD-Stand in Boostedt. Quelle: Karsten Leng
Boostedt

Etwa 30 Bürger darunter viele Mitglieder der Gemeindevertretung hatten im nahen Umfeld des Stands Stellung mit großen Spruchbändern bezogen. „Weg mit der braunen Einfalt“ oder „Es ist an der Zeit, die NPD zu verbieten“ war in großen Lettern zu lesen. Mit zu den Gegendemonstranten gehörte auch der SPD-Gemeindevertreter Bernd Schauer. Er hatte im Mai – an gleichem Orte – seinen Protest gegen einen NPD-Stand mit Kreidespray auf den Asphalt gesprüht.

Bürgermeister Rüdiger Steffensen (CDU) hatte zwei Tage später ein Spezialunternehmen damit beauftragt, die Kreidespuren zu beseitigen. Schauer flatterte darüber eine Rechnung von insgesamt 467 Euro ins Haus. Er weigert sich bis heute, diese zu begleichen. Dass hat in der Gemeindevertretung wie berichtet zu erheblichen Auseinandersetzungen zwischen der SPD- und der CDU-Fraktion geführt. „Noch ist keine Einigung in Sicht“, so Schauer.

Der Antrag der NPD auf Genehmigung eines Infostands in Boostedt war der Kreisverwaltung erst am vergangenen Donnerstag vorgelegt worden. Auf Grund der Rechtslage habe es keine Möglichkeit gegeben, das Begehren abzulehnen, so ein Sprecher der Kreisverwaltung. Bürgermeister Steffensen hatte daraufhin umgehend alle Fraktionsvorsitzenden der Gemeindevertretung darüber telefonisch informiert. Unterstützung bekamen die Boostedter bei ihrem stillen Protest von einigen Aktiven des Neumünsteraner Bündnisses gegen Rechts. Es sei schade, dass nur wenige Boostedter sich dazu entschlossen haben, den Braunen Parolie zu bieten, war die einhellige Meinung der Neumünsteraner Aktivisten.