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Ausstellung in Neumünster

Überlebt im Ghetto von Theresienstadt

Von Beate König

Zeitzeuginnen, die im Ghetto in Theresienstadt überlebten, berichten bei der Ausstellung Die Mädchen von Zimmer 28 Theresienstadt, aus der Zeit des Nationalsozialismus. Ein Nachbau des 30 Quadratmeter großen Original-Zimmers zeigt in der Taufkapelle der Anscharkirche von Dienstag, 11., bis Mittwoch, 21. September, einen Ausschnitt des Ghetto-Lebens.
Sie organisieren die Ausstellung Room 28 - die Mädchen aus Theresienstadt (von links): Bernd Felgendreher, Hannelore Brenner-Wonnschik, Elisabeth-Christa Markert, Anke Wolff-Steger, Silke Leng, Karin Kathe und Jens Beckmann.

Sie organisieren die Ausstellung Room 28 - die Mädchen aus Theresienstadt (von links): Bernd Felgendreher, Hannelore Brenner-Wonnschik, Elisabeth-Christa Markert, Anke Wolff-Steger, Silke Leng, Karin Kathe und Jens Beckmann.

© Beate König

Neumünster. Rund 60 Mädchen von zwölf bis 14 Jahren lebten zwischen 1942 und 1944 im mit Bett, Tisch und Bänken karg möblierten Zimmer 28 zusammen. Das Schicksal vieler der Bewohnerinnen: Transport ins Konzentrationslager und Tod. „Sie haben versucht, sich gegen das äußere Chaos, dem Erleben von Gewalt und Verfolgung eine innere Ordnung zu geben, Rhythmus in ihr Leben zu bringen,“ so Jens Beckmann, Leiter des Zentrums kirchlicher Dienste Altholstein.

In einem Poesiealbum, das Anna Hanusova führte, und in einem Tagebuch, das Helga Pollak-Kinsky schrieb, ist der Alltag überliefert. „Ähnlich wie Anne Frank, aber unter anderen Umständen entstanden“, schätzt Hannelore Brenner-Wonschick die Zeitdokumente ein. Die Vorsitzende des Vereins Room 28 initiierte 2004 die Ausstellung, „die Dokumente sprechen lässt.“ Im In- und Ausland wurde Zimmer 28 rund 100 Mal gezeigt, es gibt eine tschechische, französische und englische Version der 23 Info-Tafeln im Format DIN-A0.

Zum Rahmenprogramm gehören Auszüge der Kinderoper Brundibar, die die IGS Brachenfeld einstudiert hat, Kurzfilme und der Film „Die Welle“, Biografiearbeit mit Kriegstöchtern und –enkelinnen, in der Kirche gezeigt. „Rechte Musik und Symbole – entdecken und verstehen“ heißt der Info-Abend für Erwachsene am Donnerstag, 20. September, um 19 Uhr. Gespräche mit den Zeitzeuginnen Anna Hanusova, Helga Pollak-Kinsky und Judith Rosenzweig sind möglich.

Die Ausstellung ist Montag bis Sonnabend von 9 bis 17 Uhr, Sonntag nach dem Gottesdienst geöffnet. Ab zehn Jahre, Eintritt frei. Anmeldungen für Gruppen und Führungen unter beate.seiler@altholstein.de oder Tel. 04321/498153.

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