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Nord-Ostsee-Kanal Schlepper ziehen "Akacia" nach Hamburg
Lokales Nord-Ostsee-Kanal Schlepper ziehen "Akacia" nach Hamburg
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11:52 07.03.2018
Von Frank Behling
Der Frachter „Akacia“ wird von den Schleppern „Kiel“ und „Stein“ heute nach Hamburg gezogen. Zwei Wochen nach der schweren Havarie in der Holtenauer Südschleuse können damit die Container am Donnerstag entladen werden. Quelle: Frank Behling
Kiel

Die Kieler Schlepper „Stein“ und „Kiel“ haben am Mittwoch früh angespannt. Kurz vor 8 Uhr zogen sie den Containerfrachter „Akacia“ vom Liegeplatz im Nordhafen zurück ins Fahrwasser des Nord-Ostsee-Kanal. Nach einem Wendemanöver vor der Schleuse startete kurz vor 9 Uhr die Schleppreise nach Hamburg. Der 149 Meter lange Frachter war in der Nacht zum 20. Februar in das Schleusentor der großen Südschleuse in Kiel-Holtenau gefahren.

Ursache war vermutlich ein technischer Defekt der Steuerung des Verstellpropellers. Der Gesamtschaden beläuft sich nach gegenwärtigen Berechnungen auf 27 Millionen Euro. Daraufhin hatte die Schifffahrtsverwaltung beim Kieler Amtsgericht einen Arrest gegen den Frachter erwirkt. Das Schiff wurde am 22. Februar im Nordhafen in die Kette gelegt.

Die Forderung der Behörde belief sich dabei auf die Hinterlegung einer Summe, die in etwa der Höhe des Schiffswertes entspricht. Nachdem die Reederei bei einer öffentlichen Verhandlung vor dem Amtsgericht am Freitag mit Aufhebungsanträgen gescheitert war, wurde am Wochenende der Forderung der Schifffahrtsverwaltung entsprochen und von der Versicherung der Hamburger Reederei eine Garantie zur Sicherheit in Höhe von 8,6 Millionen Euro hinterlegt. Daraufhin hob das Amtsgericht den Arrestbeschluss auf und die Reederei durfte die Kieler Schlepper bestellen. 

Die „Akacia“ ist mit Containern der Reederei Maersk für St.Petersburg beladen. Diese Container sollen am Donnerstag in Hamburg gelöscht werden und dann mit anderen Schiffen durch den Kanal nach St. Petersburg gebracht werden. 

In der Schleuse gehen am Mittwoch die Bergungsarbeiten in die nächste Phase. Mit einem Sägeseil-Verfahren einer Kieler Firma wird das von der „Akacia“ schwer beschädigte Schleusentor in zwei Teile zerschnitten. 

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