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Nord-Ostsee-Kanal Schwimmkräne sollen Schleusentor heben
Lokales Nord-Ostsee-Kanal Schwimmkräne sollen Schleusentor heben
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09:15 26.02.2018
Von Frank Behling
Der Bug der „Akacia“ (links) hinterließ einen gewaltigen Schaden am Schleusentor. Quelle: Frank Behling
Kiel

Der Frachter „Akacia“ hatte in der Nacht zum Dienstag das Schleusentor mit erheblicher Wucht gerammt und durchbohrt. Dabei entstand nach ersten vorsichtigen Schätzungen ein Schaden von über 20 Millionen Euro.

Allein die Bergung wird mehrere Millionen Euro kosten. Wie das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Kiel-Holtenau am Montag mitteilt, werden in einem ersten Arbeitsgang in diesen Tagen Stahlteile entfernt, die seit der Kollision am Tor hängen und die Arbeit von Tauchern gefährden. Außerdem liegt auf dem Grund rund um das Tor drum ein Trümmerfeld aus Stahlteilen. Erst wenn das große Loch im Schleusentor von allen störenden Trümmern befreit wurde, stehen weitere Untersuchungen an.

Dabei geht es darum, die Vorbereitungen für den Ausbau des Tores zu treffen, wie Matthias Visser, Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Kiel-Holtenau erläutert. Das Problem: Bei der Havarie wurden von der „Akacia“ fünf der 16 Ballasttanks des Tores aufgerissen. In sieben Metern Tiefe hat der für die Eisfahrt verstärkte Wulstbug des Frachters ein Schadensbild verursacht, wie es sonst nur nach einem Torpedotreffer zu sehen ist. Bei dem bislang größten Schaden nach einer Kollision waren von dem Frachter „Vectis Eagle“ im November drei Tanks eines Schleusentores beschädigt worden. Damals konnte das Tor noch selbst aufschwimmen. Das geht bei dem Ausfall von fünf Kammern in dem Fall der „Akacia“ aber nicht mehr. Deshalb wird für die Bergung auch der Einsatz großer Schwimmkräne eingeplant. Sie liegen derzeit in Rotterdam in Bereitschaft.

Eventuell muss das Schleusentor sogar in der Mitte durchtrennt werden und dann in zwei oder drei Teilen von den Schwimmkränen gehoben werden. Zur Dauer der Arbeiten gibt es noch keine konkreten Angaben. Die Behörde rechnet aber mit mehreren Wochen für die Bergung.

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Das von dem Frachter „Akacia“ zerstörte Schleusentor in Kiel-Holtenau wird richtig teuer: Die Reparatur- und Bergungskosten werden laut Informationen der Kieler Nachrichten auf mehr als 20 Millionen Euro kalkuliert. Damit liegt die Gesamtschaden weit über dem Wert eines neuen Schleusentors.

Frank Behling 24.02.2018

Die Südschleuse wird länger ausfallen. Der Schaden durch den Aufprall des Frachters „Akacia“ ist so groß, dass sich das Schleusentor nicht wie geplant ausbauen lässt. Am Mittwoch hatten Spezialisten des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Kiel-Holtenau das angeschlagene Schleusentor untersucht.

Frank Behling 23.02.2018

Der Schiffsverkehr auf dem Nord-Ostsee-Kanal bleibt wegen der demolierten Schleuse in Kiel-Holtenau bis auf weiteres beeinträchtigt.

23.02.2018