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Nord-Ostsee-Kanal Neue Fähren für den Kanal
Lokales Nord-Ostsee-Kanal Neue Fähren für den Kanal
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08:00 23.10.2018
Von Frank Behling
Vorbild für den Kanal. Die neue Fähre "Ben Woollacott" auf dem Weg zur Themse im Nord-Ostsee-Kanal. Quelle: Frank Behling
Kiel

Die 62 Meter lange und 18,8 Meter breite Doppelendfähre wurde in Danzig gebaut und soll ab Januar in Woolwich östlich von London die Themse queren. Ein Schwesterschiff folgt in Kürze. Die im Auftrag der öffentlichen Verkehrsgesellschaft Transport of London gebauten Schiffe verfügen über Elektromotoren als Antrieb. Der Strom kann dabei wahlweise von Dieselgeneratoren oder über Landversorgung aus Batterien kommen. Dieser Hybrid-Antrieb ist auch für die Fähren auf dem Nord-Ostsee-Kanal ausgewählt worden.

Die ersten 15 Millionen Euro stehen bereit

Am Nord-Ostsee-Kanal ist die jüngste Fähre auch schon über 50. Der Startschuss zur Erneuerung der Flotte war im Dezember 2014 gegeben worden. Damals hatte das Verkehrsministerium die ersten 15 von geschätzt 70 Millionen Euro für die Erneuerung der Fährflotte bereitgestellt.

Im Zuge der Diesel-Diskussion wurde 2017 das Antriebskonzept auf politischen Druck geändert. „Der Staat muss bei der Umstellung auf umweltfreundliche Antriebe Vorreiter sein“, sagt Matthias Stein, SPD-Bundestagsabgeordneter aus Kiel und Berichterstatter für Elektromobilität. Stein sieht die neue Technologie auch für Schiffe zum Greifen nah. „Ich habe die Hoffnung, dass die neuen Fähren auf dem Nord-Ostsee-Kanal möglichst emissionsfrei fahren“, so Stein.

Der erste Neubau kommt 2020

Bei der Schifffahrtsverwaltung soll die Bekanntgabe des Bauauftrags in wenigen Tagen erfolgen. Die im November 2017 gestartete Ausschreibung zum Neubau der drei ersten 45-Tonnen-Fähren ist beendet. Wie Claudia Thoma von der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt sagt, soll der Auftrag für die drei Fähren in diesem Jahr erteilt werden. „Die erste neue Fähre wird dann voraussichtlich 2020 in Betrieb genommen werden“, so Thoma.

Die Londoner Verkehrsgesellschaft hat den Auftrag zum Bau europaweit ausgeschrieben. Gewinner war die Remontowa-Werft in Danzig. Sie gehört inzwischen zu den Lieferanten von Fähren für Finnland, Norwegen, Kanada und die Niederlande.

In Kiel hat die erste von zwei neuen Hybrid-Fähren für die Themse festgemacht. Sie ist Vorbild für die Fähren, die auch ab 2020  auf dem Kanal eingesetzt werden sollen. 
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