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Nord-Ostsee-Kanal Womöglich Totalschaden an Schleusentor
Lokales Nord-Ostsee-Kanal Womöglich Totalschaden an Schleusentor
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14:52 11.03.2018
Der havarierte Frachter „Akacia“ ist geborgen. Um 15.31 Uhr zog der Schlepper „Wolf“ das Schiff aus dem Schleusentor. Der Schaden der Havarie wurde danach erst in voller Größe sichtbar. Quelle: Frank Behling

 Das 149 Meter lange Containerschiff konnte in der Nacht nicht bewegt werden. „Der Sachschaden ist beträchtlich. Das Schiff hat mit seinem Bug das Tor durchtrennt und liegt mit seinem Rumpf zum Teil auf dem Tor. Wir werden bei Tagesanbruch die Lage bewerten und das Tor untersuchen. Wann das Schiff geborgen werden kann, steht zur Zeit noch nicht fest“, sagte Matthias Visser, Sprecher des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Kiel-Holtenau am Dienstag.

Bei der Suche nach der Ursache konzentrieren sich die Ermittlungen der Wasserschutzpolizei auf den Antrieb. Nach Zeugenaussagen hat das Schiff beim Einlaufmanöver ungeplant beschleunigt. So soll die „Akacia“ mit sehr hoher Fahrt von über 20 Kilometern pro Stunde in die Schleuse gefahren sein. Erlaubt sind auf dem Kanal maximal 15 Kilometer pro Stunde. 

Der Kapitän hat noch ein Notmanöver versucht und auch beide Anker fallen lassen. Dennoch prallte der Frachter mit hoher Geschwindigkeit in das Schleusentor. Im Fokus der Ermittlungen steht dabei die Steuerungstechnik des Verstellpropellers.

Der Kapitän sowie der ebenfalls auf der Brücke anwesende Seelotse konnten nach Informationen von KN-online nur noch Warnsignale geben. Die Ermittlungen hat die Wasserschutzpolizei Kiel aufgenommen. Eingeschaltet wurden auch die Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung in Hamburg und die Berufsgenossenschaft Verkehr. Erschwert wird die Bergung durch einen Wassereinbruch im Schiff. Noch am Vormittag traf auf der Schleuse in Holtenau ein Team der Brunsbütteler Firma Schramm ein, das vom Reeder beauftragt wurde. Gleichzeitig starteten Taucher mit der Suche nach den beiden Ankern der „Akacia“. 

Der Schiffsverkehr läuft auf dem Kanal zur Zeit eingeschränkt, da in Kiel-Holtenau durch den Ausfall der beiden kleinen Schleusen jetzt nur noch die große Nordschleuse zur Verfügung steht. Deshalb kommt es zu langen Wartezeiten. Das unter der Flagge Portugals fahrende Schiff kam aus Bremerhaven und sollte nach St. Petersburg. 

Einen ähnlichen Unfall gab es bereits 1989, als ebenfalls ein Frachter beim Einlaufen in die Südschleuse ungewollt beschleunigte und dabei zwei andere Schiffe zusammenschob.

Der havarierte Frachter „Akacia“ ist um 15.31 Uhr vom Schlepper „Wolf“ aus dem Schleusentor geborgen worden. Der Schaden der Havarie wurde danach erst in voller Größe sichtbar.

Mehr zu den Schleusen lesen Sie hier.

Von Behling Frank

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