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Nord-Ostsee-Kanal Kanalschleuse nach Kollision stillgelegt
Lokales Nord-Ostsee-Kanal Kanalschleuse nach Kollision stillgelegt
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19:46 21.04.2018
Von Frank Behling
Die große Südschleuse ist nach einer Havarie am Sonnabend für die Schifffahrt gesperrt worden. Quelle: Frank Behling
Brunsbüttel

Die große Südschleuse in Brunsbüttel ist nach einer Havarie nicht mehr für die Schifffahrt nutzbar. Gegen 14 Uhr war ein chilenischer Massengutfrachter aus noch ungeklärter Ursache gegen das Mauerwerk gefahren. Dabei sind im Bereich eines Schleusentores Teile des Mauerwerks abgebrochen und in die Kammer gestürzt.

Aus Sicherheitsgründen hat das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Brunsbüttel deshalb am Nachmittag die Schleusenkammer sperren lassen. Die Wasserschutzpolizei Brunsbüttel hat die Ermittlungen aufgenommen. Verletzt wurde bei dem Unglück niemand. Am Schiff und der Schleuse sind jedoch erhebliche Schäden entstanden.

Als Ursache kommt möglicherweise eine Windböe in Betracht, die den chilenischen Massengutfrachter „Rauli N“ beim Ausschleusen aus der Kammer erwischte. Das Schiff soll dann mit der Backbordseite das Mauerwerk im Bereich einer Tornische berührt haben.

Riss in der Bordwand

An dem 175 Meter langen und 26 Meter breiten Frachter gab es Einbeulungen und einen Riss in der Bordwand. Die in der Schleusenkammer versunkenen Teile der Schleusenmauer sollen am Montag geborgen werden. Eine Bergung am Wochenende ist aus Mangel an Personal nicht möglich, da die dafür nötigen Fahrzeuge und Taucher nicht zur Verfügung stehen.

Die „Rauli N“ durfte nach kurzer Untersuchung die Reise unter Auflagen nach Bremen fortsetzen. Die Ermittlungen dauern jedoch an und werden nach dem Einlaufen in Bremen am Sonntag fortgeführt.

Wartezeiten für die Schifffahrt

Für die Schifffahrt stehen in Brunsbüttel nach Mitteilung des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamtes Brunsbüttel jetzt die große Nordkammer sowie die beiden kleinen Schleusen zur Verfügung. Da aber die großen Schiffen nur durch die Nordschleusen passen, gab es bereits am Sonnabendabend wieder Wartezeiten für die Schifffahrt.

Zuletzt hatte am Freitag in Kiel ein Schiff ein Schleusentor der Südschleuse gerammt. Zum Glück entstanden dabei nur leichte Schäden und die Schleuse konnte nach zwei Stunden wieder freigegeben werden.

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