Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Nord-Ostsee-Kanal Shell hat Premiere im Nord-Ostsee-Kanal
Lokales Nord-Ostsee-Kanal Shell hat Premiere im Nord-Ostsee-Kanal
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:05 14.12.2017
Von Frank Behling
Der neue LNG-Tanker „Cardissa“ hat jetzt erstmals den Nord-Ostsee-Kanal passiert. Das Schiff wird zukünftig Schiffe mit dem umweltfreundlichen Treibstoff versorgen. Quelle: Frank Behling

Mit der Fahrt von Rotterdam nach Nynäshamn hat jetzt erstmals ein LNG-Bunkerschiff auf einer regulären Einsatzfahrt den Nord-Ostsee-Kanal passiert. Der neue LNG-Tanker „Cardissa“ ist seit Oktober in Nordeuropa für den Energiekonzern Shell im Einsatz und beliefert von Rotterdam aus Reedereien und Energieversorger an der Nord- und Ostsee. Teil der Versorgungskette ist auch die Belieferung des schwedischen Importterminals in Nynäshamn. 

Die 119 Meter lange „Cardissa“ soll in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle bei der Versorgung von Schiffen in Nordeuropa mit LNG als Treibstoff übernehmen. Dabei ist der Nord-Ostsee-Kanal die ideale Verbindung vom großen Importterminal Rotterdam zu den Ostseehäfen. Betrieben wird die „Cardissa“ von einer Reederei des Energiekonzerns Shell.

Die Reederei Aida Cruises hat bereits mit Shell einen Vertrag über die Versorgung mit diesem Treibstoff abgeschlossen. „Mit Shell haben wir einen starken globalen Partner, der mit uns gemeinsam neue Wege in der Etablierung von LNG in der maritimen Industrie geht“, sagte Aida-Präsident Felix Eichhorn bei der Unterzeichnung des Kooperationsvertrags im vergangenen Jahr.

Im nächsten Jahr wird mit der „Aidanova“ das erste Kreuzfahrtschiff der Welt in Fahrt kommen, dessen vier MaK-Antriebsmotoren mit LNG betrieben werden sollen. Die Versorgung mit dem Treibstoff könnte dann von Rotterdam aus mit Bunkerschiffen wie der „Cardissa“ erfolgen.

In Rotterdam befindet sich im Hafenteil Maasvlakte einer der modernsten Importterminals für das verflüssigte Erdgas. Der größte europäische Seehafen ist auch Heimathafen der „Cardissa“. Betrieben wird die bei der Werft STX in Südkorea gebaute „Cardissa“ von der Reederei Shell Western LNG BV. Pro Fahrt können bis zu 6500 Kubikmeter des auf 162 Grad Minus gekühlten. Ein Schiff wie die neue „Aidanova“ kann bis zu 3500 Kubikmeter LNG aufnehmen und damit bis zu 14 Tage fahren.

Im Gegensatz zu herkömmlichen Schiffstreibstoffen wie Marinediesel oder Schweröl verursacht die Nutzung von LNG keine Emissionen von Feinstaub und Schwefeldioxid. Der Ausstoß von Stickoxiden reduziert sich um 80 Prozent. Deshalb gilt LNG als wichtiger Faktor auf dem Weg zur Verbesserung der Umweltbilanz der Schifffahrt.

In Deutschland gibt es zur Zeit noch keinen LNG-Terminal. Planungen für den Bau eines LNG-Terminals in Brunsbüttel laufen noch. In den Niederlanden, Belgien, Frankreich, Großbritannien, Norwegen, Schweden, Polen, Finnland und Litauen sind dagegen LNG-Terminals bereits in Betrieb und können Schiffe mit dem umweltfreundlichen Brennstoff beliefern.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Containerschiff "Jork Ruler" ist am Mittwochabend gegen das Mauerwerk der Schleuse in Brunsbüttel gefahren. Laut Polizei entstanden Schäden sowohl am Schiff und dem Bauwerk.

07.12.2017

 Beamte der Wasserschutzpolizei haben in Brunsbüttel in 48 Stunden zwei Schiffe gestoppt, deren Tiefgang größer als erlaubt war. Bei routinemäßigen Kontrollen hatten die Beamten in den Schleusen einen Blick auf die Lademarke an der Bordwand geworfen.

Frank Behling 22.11.2017

In der Nacht zum Sonnabend ist ein Schiff in der Brunsbütteler Schleuse gegen eine Seitenmauer geraten. Dabei entstand sowohl am Schiff als auch an dem Schleusenbauwerk leichter Sachschaden.

20.11.2017
Anzeige