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Nord-Ostsee-Kanal Lotsen sorgen sich um Kanalschifffahrt
Lokales Nord-Ostsee-Kanal Lotsen sorgen sich um Kanalschifffahrt
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08:01 09.04.2018
Von Frank Behling
Die Schwestern "Trica" und "Krfatca" sind seit der Reparatur der Schleuse wieder zusammen im Kanal unterwegs. Quelle: Frank Behling
Kiel

„Da musste erst die ‚Akacia‘ kommen und schonungslos eine Schwachstelle aufdecken“, sagte der Vorsitzende des Knurrhahns, Kapitän Frank Gülzow, vor den Gästen des traditionellen Essens. Besonders schmerzvoll sei der lange Ausfall der kleinen Schleusen. Der Ersatzbau der 1895 eingeweihten und nicht mehr standfesten Bauwerke sollte eigentlich längst angelaufen sein.

„Wenn sich dort doch wenigsten ein Kran drehen würde oder man Rammschläge hören könnte. Dann könnten wir die Kapitäne der Schiffe zumindest damit besänftigen“, sagt Gülzow. Durch die Existenz von nur zwei Schleusenkammern bis voraussichtlich Mitte des nächsten Jahrzehnts drohen in Holtenau immer neue Probleme. Zumal auch noch eines der beiden Reservetore nahezu ein Totalschaden ist.

Unfälle wie mit der „Akacia“ habe es immer gegeben und werde es auch immer geben, so der erfahrene Lotse. Die Ursache des Unglücks war nach derzeitigem Stand ein Ausfall in der Steuerung für den Verstellpropeller. 

Gesetzgeber erkennt Aufgabe der Seelotsen als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge an

Hoffnung machen die Verkehrszahlen auf dem Kanal. „Nach sieben mageren Jahren, in unserem Fall fast zehn, scheinen nun wieder bessere Zeiten zu folgen. Zahl und Größe der Schiffe auf dem Kanal steigen langsam aber stetig“, so Gülzow. So trafen sich am Sonntag in Kiel erstmals wieder mit der „Trica“ und „Kraftca“ zwei große Frachter seit der Vollsperrung vor der Schleuse in Kiel. Diese Schiffe meiden den Kanal immer dann, wenn es in Kiel nur eine Schleusenkammer gibt. 

„Der Beruf des Seelotsen zeigt deutlich, dass es auf den Menschen ankommt“, sagt auch Hans-Hermann Lückert, Vorsitzender der Bundeslotsenkammer. Die deutschen Lotsen haben sich dabei mit den Kollegen aus Frankreich zusammengetan. „Dank der guten Zusammenarbeit zwischen der Bundeslotsenkammer und des französischen Verbandes der Seelotsen (FFPM) ist es uns gelungen, den europäischen Gesetzgeber von der besonderen Aufgabe der Seelotsen zu überzeugen. Unsere Tätigkeiten sind nunmehr voll anerkannt als Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge“, so Lückert.

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