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Nord-Ostsee-Kanal Lange Wartezeiten: Kapitäne meiden Kanal
Lokales Nord-Ostsee-Kanal Lange Wartezeiten: Kapitäne meiden Kanal
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11:04 08.11.2018
Die Baustelle der fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel. Das Bauwerk ist bereits Jahre in Verzug. Quelle: Frank Behling (Archiv)
Kiel

Die Folge: Kapitäne weichen aus und nehmen mit ihren Schiffen den Weg rund um Dänemark, über Skagen. Für ein Positionspapier der Nautischen Vereine Kiel und Brunsbüttel hat eine Reederei jetzt erstmals die Wartezeiten offengelegt.

Das in der Containerfahrt aktive Unternehmen registrierte für seine Schiffe im ersten Halbjahr Wartezeiten von 49 093 Minuten (818 Stunden oder 34 Tage). „Da muss sich etwas ändern. Diese Zeiten dürfen keinen Dauerzustand darstellen“, sagt Hans-Herrmann Lückert, Vorsitzender des Nautischen Vereins zu Kiel. Nur sechs Prozent (94 Stunden) gehen auf hohes Verkehrsaufkommen zurück. 94 Prozent der Wartezeiten haben technische Gründe oder sind die Folge von Havarien. „Dabei ist der Zeitvorteil ein wichtiger Grund, weshalb Reeder den Kanal nutzen“, so Lückert.

Eingreifertruppe bei Störungen gefordert

Damit die Ausfallzeiten durch Störungen an der alten Technik vermieden werden, fordern die Vereine die Einrichtung der bereits 2013 zugesagten Eingreifgruppe. Dieses Team soll auch an Wochenenden bei Störungen ausrücken. Bisher wurden in solchen Fällen die Schleusenkammern einfach stillgelegt. „Für unsere Kundschaft ist so etwas nicht nachvollziehbar“, sagt Jens-Broder Knudsen von der Agentur Sartori & Berger, der Vorsitzende der Initiative Kiel-Canal. Er ist Vertreter für viele Reedereien am Kanal.

Kritik ziehen aber auch die Wartezeiten bei den Bauprojekten auf sich. Nur die Spitze des Eisbergs sind dabei die Probleme bei der fünften Schleusenkammer in Brunsbüttel. In Kiel droht beim Ersatzbau der kleinen Schleusen ein ähnliches Drama. „Wir wissen seit 2010, dass dagegen etwas getan werden muss. Jetzt heißt es, die Freigabe der Ersatzbauten ist für 2030 geplant. So etwas ist doch in einer Industrienation nicht mehr vermittelbar“, sagt Lückert.

Verzögerungen beim Ausbau

Lückert verweist auf die Reeder. „Wir haben heute schon Schiffe im Kanal, die extra für die Abmessungen dieser Wasserstraße gebaut wurden. Sie können aber nicht vollbeladen durch den Kanal, weil der Ausbau der Oststrecke immer noch auf sich warten lässt. 2013 wurde dafür Baurecht erteilt. Doch der Baubeginn steht immer noch nicht fest.“

Die Verzögerungen ziehen eine Explosion der Kosten nach sich. Für die fünfte Schleuse in Brunsbüttel waren 2010 noch 240 Millionen Euro kalkuliert. Inzwischen rechnet das Bundesverkehrsministerium schon mit 800 Millionen Euro. Ein Fertigstellungsdatum ist noch nicht absehbar.

Lesen Sie mehr zur Schleuse in Kiel-Holtenau.

Von Frank Behing

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