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Ostholstein Ehefrau getötet und im Garten vergraben
Lokales Ostholstein Ehefrau getötet und im Garten vergraben
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17:59 26.11.2018
Vor dem Landgericht Lübeck wurden am 16. November die Plädoyers gehalten. Am 26. November folgte das Urteil. Der Mann muss lebenslang in Haft. Quelle: Luisa Jacobsen
Lübeck

Lebenslange Haft für Mord. So lautet das Urteil gegen den Wulfsdorfer, der seine Ehefrau Ende Dezember 2017 im Schlaf erstickt und ihre Leiche im eigenen Garten vergraben haben soll. Der Mann habe heimtückisch und aus niedrigen Beweggründen gehandelt, sagte der Vorsitzende Richter der Schwurgerichtskammer Christian Singelmann am Montagmorgen in der Urteilsbegründung. Der Angeklagte habe seine Frau und die Mutter des gemeinsamen Sohnes getötet, um mit seiner Geliebten schnell und ungehindert ein neues Leben beginnen zu können. Er hätte bei den polizeilichen Vernehmungen „krass gelogen“ und auch sein Umfeld mit detailreichen Erfindungen über den wahren Verbleib seiner Ehefrau zu täuschen versucht.

Richter: „Er hat sich alles bis ins kleinste Detail ausgedacht.“

Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass der Mann seine Ehefrau in der Nacht vom 26. auf den 27. Dezember 2017 erstickt, ihre Leiche anschließend in Folie verpackt, im Gartenschuppen zwischengelagert und später nahe eines Sielschachtes im Garten vergraben hat. Anders als von der Verteidigung dargestellt, habe der Angeklagte die Tat zudem geplant, sagte Singelmann. Die Google-Suchanfragen des Mannes und Whats-App-Nachrichten zwischen ihm und seiner Geliebten zeigten, dass es den Wulfsdorfer „schon seit dem 18. Dezember umtrieb, seine Frau umzubringen“. Der Mann hatte unter anderem nach ungeklärten Mordfällen, Tierbestattung im Garten und Verwesungsprozessen gegoogelt. Seiner Geliebten schrieb er einige Tage vor der Tat, dass er seine Frau „entsorgen“ würde, sollte diese ihren Mann verlassen und bei ihm einziehen wollen.

Nach der Tatnacht habe der Angeklagte die Nachricht verbreitet, seine Frau sei abgeholt worden und in die Schweiz abgereist, um dort zu arbeiten. Eine Geschichte, die er auch später der Polizei gegenüber erzählte. Singelmann: „Er hat sich alles bis ins kleinste Detail ausgedacht.“ Modell und Farbe des Wagens, auch den Fahrer und eine Frau, die ausgestiegen sei.

Verteidigung kündigt Revision an

Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Eine besondere Schwere der Schuld stellte die Kammer allerdings nicht fest. Die Verteidiger des Mannes hatten eine Verurteilung wegen Totschlags beantragt. Nach ihrer Darstellung soll der Angeklagte die Tat spontan ausgeführt haben, weil ihn seine Frau nach dem Sex verhöhnt hätte. Diese Version des Geschehens hatte der Angeklagte einer psychiatrischen Sachverständigen erzählt. Die Kammer sah das als nicht glaubhaft an. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Die Verteidiger kündigten an, in Revision zu gehen.

Luisa Jacobsen/RND/DPA

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