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Ostholstein Willy-Brandt-Medaille für Horst Jungmann
Lokales Ostholstein Willy-Brandt-Medaille für Horst Jungmann
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16:14 13.03.2016
Von Hans-Jürgen Schekahn
Der Wittmoldt-Rathjensdorfer Ortsvorsitzender Hartmut Borchardt (von links), Kreisvorsitzender Norbert Maroses, Horst Jungmann mit der Willy-Brandt-Medaille und der langjährige politische Weggefährte, Kiels Ex-Oberbürgermeister Norbert Gansel mit einer Postkarte, die er in den 70ern von Jungmann erhielt. Quelle: Hans-Jürgen Schekahn
Rathjensdorf

Der Jubilar erinnert sich noch ganz genau an seinen Parteieintritt am 24. Februar 1966. Als Ausbilder der Marineunteroffizierschule (MUS) in Plön marschierte er in Uniform zum Parteibüro am Marktplatz. Die Parteisekretärin fragte ihn, ob er Material für den Unterricht in der MUS abholen wollte. „Nein, ich möchte in die Partei eintreten“, habe er der verdattert schauenden Dame erklärt, so Jungmann. Zusammen mit einem Angehörigen des Pionierbataillons gehörte er zu den ersten Soldaten in Plön, die sich politisch engagierten. Wegen Willy Brandt sei er in die Partei eingetreten, sagte er in einer kleinen Feierstunde mit engen Weggefährten.

Und Willy Brandt spielte auch eine Hauptrolle in einer der vielen Anekdoten, die Jungmann und sein langjähriger politische Weggefährte Norbert Gansel an diesem Abend zum Besten gaben. Auf ihrem Rückflug aus dem Bundestag nach Hamburg strandeten Jungmann und Gansel kurz vor Weihnachten 1977 am Köln-Bonner-Flughafen. Wegen Schneesturms war der Flugverkehr eingestellt. Zufällig ereilte Willy Brandt das gleiche Schicksal am gleichen Ort. Zufällig hatte Willy Brandt Geburtstag, was die drei SPD-Politiker in der Winternacht ausgiebig in der VIP-Lounge des Flughafens feierten. Den Kieler Ex-OB Gansel und Jungmann verbindet bis heute viel. Jungmann: „Ich haben dich schon als Juso auf der Treppe von Kreisparteitagen gesehen, wie du Geschäftsordnungsanträge geschrieben hast.“ Gansel: „Wir sind in den 40 Jahren ein Team geblieben.“ Später im Bundestag fanden sich die beiden zusammen mit Heide Simonis in der legendären Bürogemeinschaft Nordpool wieder, die zehn Jahre Bestand haben und ein Markenzeichen der linken Nord-SPD werden sollte. Gansel über Jungmann: „Du hast dich nie gescheut anzuecken. Es können nicht so viele ehrlich in den Spiegel schauen. Du kannst es.“ Mit Schmunzeln erinnerte Gansel daran, dass einst die Immunität von Jungmann aufgehoben worden war, weil er mit Demonstranten vor dem Bundestag debattierte. Einige sahen darin einen Verstoß gegen das Bannmeilen-Gesetz.

Jungmann begann sein Berufsleben als Postbote, wurde danach Berufssoldat bei der Marine. Aus dem kleinen Ortsverein Rathjensdorf-Wittmoldt stammend, führte er einige Jahre als Kreisvorsitzender und Fraktionsvorsitzender im Kreistag seine Partei. Als Verteidigungsexperte der SPD stand er kurz davor, zum Wehrbeauftragten der Bundesrepublik ernannt zu werden. Nach seiner Bundestagszeit engagierte er sich unter anderem bei der Vernichtung von Landminen. 

Der SPD-Kreisvorsitzende Norbert Maroses überreichte Jungmann die Willy-Brandt-Medaille. „Du erhältst sie nicht wegen der Mitgliedschaft, sondern für 50 Jahre politischen Wirkens.“ Auch Maroses hatte noch eine besondere Anekdote mit Jungmann in Erinnerung. Der brachte nämlich einst in Zeiten des kalten Krieges den russischen Militärattaché in imposanter Sowjet-Uniform zu einer Diskussion mit nach Preetz. Wenig später wurde der Mann als KGB-Spion enttarnt und ausgewiesen.

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