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Plön Angler mit Flügeln und Gummistiefeln?
Lokales Plön Angler mit Flügeln und Gummistiefeln?
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08:06 30.12.2009
Plön/Behrensdorf

Im Kreis Plön allerdings rätseln die Angler über einen vermeintlichen „Schildbürgerstreich“: Hier stoßen sie in einem etwa zwei Kilometer langen Strandabschnitt im Bereich des Naturschutzgebietes „Kleiner Binnensee und angrenzende Salzwiesen“ in der Gemeinde Behrensdorf auf Angelverbotsschilder. Der Präsident des Landessportfischerverbandes (LSFV) Schleswig-Holstein, Peter Heldt, spricht von einem „ebenso unglaublichen, wie einmaligen Vorgang“. Grundsätzlich sei das Angeln auch in diesem Schutzgebiet gar nicht verboten, sondern von ausgewiesenen Plätzen aus erlaubt. „Der Kreis Plön unterlässt es nur, diese Angelplätze einzurichten, und hebelt so die Erlaubnis wieder aus. Ein entsprechender Antrag des LSFV wurde abgelehnt“, schrieb er an die KN-Redaktion.

Den Anglern als Nutzungsberechtigten sei es zwar erlaubt zu angeln, wenn sie mit beiden Füßen im Wasser stünden, denn genau dort verlaufe die Grenze des Schutzgebietes. Auch nur einen einzigen Schritt an das Ufer zurücktreten dürften sie aber nicht - wegen einer von Behörden unterstellten Störung brütender und rastender Küstenvögel. „Dass dort Spaziergänger gehen, Kinder spielen, Hunde frei laufen scheint den Vögeln egal zu sein, ebenso wie eben die Angler, die mit Füßen im Wasser stehen“, stellt der Verbandspräsident fest. Was genau der kritische Unterschied zum Angler am Strand sein solle, könne weder das Vorkommen geschützter Vögel noch die schützende Behörde erklären.

„Wo man zum Schutz der Natur nicht spazieren gehen darf, darf man auch nicht angeln,“ erklärt Peter Heldt das Selbstverständnis der Angler. Aber von einem still am Ufer sitzenden Angler gehe sicher keine erhöhte Gefahr für Tiere oder Pflanzen in den Dünen aus. „Eigentlich gibt es in dem Naturschutzgebiet eher andere Probleme.“ Große Teile der ökologisch wertvollen Bereiche würden nämlich durch Bewuchs mit der Kartoffelrose (Rosa rugosa) zugewuchert und damit in ihrer Funktion beeinträchtigt. Hier dürften aktive Schutz- und Entwicklungseinsätze angebracht sein.

Der Plöner Landrat Volkram Gebel wies auf KN-Nachfrage die Vorwürfe gegen seine Behörde als unbegründet zurück. Die Untere Naturschutzbehörde habe in Abstimmung mit ihm die Einrichtung von Angelplätzen auf einem 500 Meter langen Küstenstreifen angeboten, allerdings habe der LSFV auf einer fünf Meter breiten Angelzone auf der gesamten Länge bestanden. Dann sei jedoch der Vorschlag des Kreises sowohl vom Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume als auch wenig später vom Umweltministerium aus naturschutzfachlichen Gründen und Stellungnahmen des NABU sowie des Schutzgebietsreferenten „kassiert“ worden. „Von daher hatte die Untere Naturschutzbehörde des Kreises, die im Bereich des Naturschutzrechtes der Fachaufsicht des Ministeriums unterliegt, keinen Handlungsspielraum mehr“.

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