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Grünes Licht für Hein Schönberg

Bahnstrecke nach Kiel Grünes Licht für Hein Schönberg

Fast drei Stunden lang wurde am Mittwochabend im Hotel am Rathaus in Schönberg intensiv über die Reaktivierung der Bahnstrecke zwischen Schönberg und Kiel diskutiert. Neues gab es kaum – doch erneute Antworten auf immer wieder gestellte Fragen haben vielleicht ein wenig mehr Klarheit verschafft.

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Bisher nur zur Kieler Woche: Triebwagen am Bahnhof Schönberg.

Quelle: Knipping

Schönberg. Die erste Stunde gehörte dem Podium, auf dem auch Landrätin Stephanie Ladwig und Amtsvorsteher Wolf Mönkemeier saßen. Der Stoltenberger Bürgermeister Lutz Schlünsen, Vorsitzender der SPD-Kreistagsfraktion, die zu der Veranstaltung geladen hatte, bezeichnete die Reaktivierung als Infrastrukturprojekt, „das aus unserer Sicht in der Summe mehr Vor- als Nachteile hat“.

Bernhard Wewers, Geschäftsführer der Landesweiten Verkehrsservicegesellschaft (LVS), verwies auf andere erfolgreiche Reaktivierungen im Land und betonte die Anbindung an den Knotenbahnhof Kiel: „Die Strecke hat enorme Effekte für die Anbindung der Probstei an Kiel und darüber hinaus.“ Es sei „schade und auch falsch“, dass immer wieder darüber diskutiert werde, die Bahn verdränge den Bus: „Es geht darum, in der Summe mehr Menschen für Bahn und Bus zu gewinnen.“ Es sei der LVS wichtig, die Bürger zu informieren: „Damit haben wir vor zehn Jahren angefangen.“

VKP-Geschäftsführer Friedrich Scheffer erläuterte die geplanten Anpassungen des Busverkehrs an den Schienenverkehr. Durch zusätzliche Fahrten sieht er zwar „insgesamt eine deutliche Verbesserung des Angebots“, die Teilung mit der Bahn führe aber für die VKP zu weniger Fahrgästen und Einnahmen. Er rechnet mit Verlusten zwischen 0,1 und 0,4 Millionen Euro. Immerhin etwa 0,1 Millionen Euro werde die VKP aber erhalten, weil ihr die Bahnstrecke zwischen Oppendorf und Schönberg gehört. Während Ladwig und Mönkemeier sich eher zurückhaltend äußerten, bezeichnete Schönbergs Bürgermeister Dirk Osbahr die Bahn als „Riesenchance“ für Schönberg. Damit könnten auch mehr Urlauber ohne Auto in die Region geholt werden.

In der lebhaft geführten und vom ehemaligen Schönberger Bürgermeister geschickt moderierten Diskussion kam vor allem aus Schönberg viel Zustimmung zur Bahn, ein Bürger aus Holm sprach allerdings von Steuerverschwendung und meinte, das Projekt helfe nur denen, die direkt an der Strecke wohnen. Besonders aus Probsteierhagen und Passade wurde grundsätzliche Kritik geäußert. Konrad Gromke von der Bürgerinitiative für den Bus gegen die Bahn bemängelte unter anderem, dass es keine abgeschlossene Planung gebe und fragte, wie hoch sich die Kosten seit der ursprünglichen Planung erhöht hätten und zweifelte die erwarteten Fahrgast-Zahlen an. Wewers entgegnete, dass die Prognosen des Gutachters bisher bei allen Reaktivierungen zu niedrig gewesen seien.

LVS-Projektleiter Lukas Knipping versicherte, die erwarteten Kosten von 30 Millionen Euro würden auf der aktuellen Vorentwurfsplanung basieren. Hagen Klindt beklagte, dass Passade künftig deutlich schlechter angebunden sei und fragte, warum keine weiteren Haltepunkte möglich sind. Das lasse die Taktung mit dem Knoten Kiel nicht zu, erläuterte Knipping. Karl Heinz Fahrenkrog aus Probsteierhagen kritisierte mangelnde Information: „Sie reden doch nicht mit uns:“ Das nahm Zurstraßen in seinen Schlussbemerkungen auf: „Wenn mich der Schuh drückt, lade ich die Leute ein – macht das doch in Probsteierhagen.“

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Ein Artikel von
Thomas Christiansen
Ostholsteiner Zeitung

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„Initiative Pro Bahn Probstei“
Foto: Felix Franke (l.) und Dirk Osbahr gehören zu den Gründern der "Initiative pro Bahn Probstei". Sie sammeln Unterschriften und wollen die Bürger aufklären.

„Initiative Pro Bahn Probstei“ heißt die neue Bürgerinitiative (BI), die jetzt mit mehr als 40 Mitgliedern gestartet ist. Man wolle zeigen, dass eine große Zahl Menschen dafür ist, die Bahnlinie „Hein Schönberg“ vom Schönberger Strand nach Kiel wiederzubeleben, sagte BI-Sprecher Felix Franke.

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