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Plön Beste Unterhaltung mit Sebastian Fitzek
Lokales Plön Beste Unterhaltung mit Sebastian Fitzek
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15:04 25.09.2018
Von Isabelle Breitbach
Flugangst therapiert Sebastian Fitzek am Montagabend in Schönkirchen nicht: Dafür lässt er das Publikum am Entstehungsprozess seiner Bücher teilhaben. Quelle: Isabelle Breitbach
Schönkirchen

Ein kleines Podest, Tisch, Stuhl, Leselampe, reichlich Wasser und sogar herbstliche Blumendeko. Trotz der Bemühungen um eine fast schon heimelige Atmosphäre bleibt die Lesebühne für Sebastian Fitzek lange verwaist. Der Meister des gepflegten Psychogrusels sucht nicht die Gemütlichkeit, offensichtlich aber die Nähe zu seinem Publikum. "Flugangst 7A" hat er den 110 Besuchern in der voll besetzten Bücherei Schönkirchen mitgebracht.

Bei Sebastian Fitzek kollidieren hypothetische mit ganz realen Ängsten

Darin geht es um hypothetische Ängste wie die des Protagonisten vor einem Flugzeugabsturz - und letztlich auch um ganz erschreckend reale. Der Psychiater Mats Krüger ist per Schiff nach Buenos Aires ausgewandert, hat nach dem Krebstod seiner Frau alles in seiner Heimat Berlin zurückgelassen: Auch seine Tochter Nele, was jahrelang für Funkstille sorgte. Doch Nele ist hochschwanger und bittet ihren Vater um Hilfe nach der Geburt ihres ersten Kindes. Bevor die Wehen einsetzen, muss Mats also nach Berlin fliegen. Er nimmt an einem Flugangst-Seminar teil, doch an Bord des Fliegers stellt er fest, dass er sich auf die falschen Ängste vorbereitet hat: Sein seelischer Ausnahmezustand hat mit Turbulenzen oder Terrorwarnungen wenig zu tun, sondern mit dem Anruf eines Unbekannten, der ihm eröffnet, dass sich ein ehemaliger Patient an Bord befindet, den Krüger einst von mörderischen Gewaltfantasien befreite. Den soll er nun dazu bringen soll, über 600 Passagiere und sich selbst in den Tod zu reißen. Sonst sollen Nele und ihr ungeborenes Kind sterben.

Vom Alltag zum Psychothriller ist es bei Sebastian Fitzek nicht so weit

Mit Lesen hält sich Sebastian Fitzek, der selbst keine Flugangst, aber doch eine gewisse "nicht therapiebedürftige Flugsorge" hat, gar nicht allzu lange auf. Lediglich kurze Einblicke in das, was die beiden Hauptfiguren in einem Berliner Taxi und an Bord des Langstreckenfliegers durchleben, gewährt er. Dafür erzählt Fitzek umso mehr Anekdoten und lässt die Zuhörer nur allzu gerne an der Ideenfindung für seine kreativen Ergüsse teilhaben: "Ich schöpfe da aus dem Alltag", erklärt er verschmitzt lächelnd angesichts vieler ungläubiger Mienen. Für einen Psychothriller? "Jeder von ihnen könnten das, aber viele verdrängen das meiste." Ihm dagegen geben kleine Bausteine wie Aschenbecher an Flugzeugtoilettentüren oder das Päckchen eines unbekannten Nachbarn vor der Tür, von dem man ja nicht weiß, was sich darin verbirgt, ganz viel Inspiration. Oder zumindest den Anstoß zu umfangreichen Recherchen, die er selbstverständlich selbst durchführt: "So kommt man auf Sachen, von denen man gar nicht wusste, dass man danach sucht." Womöglich ein guter Tipp für diejenigen, die selbst mit dem Gedanken spielen, ein Buch zu schreiben, wenn es schon keine gegen Flugangst gibt.

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