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Plön Kandidaten auf dem Prüfstand
Lokales Plön Kandidaten auf dem Prüfstand
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15:37 30.06.2016
Von Peter Thoms
Moderiert von Carsten Kock stellten sich die Kandidaten für die Plöner Bürgermeisterwahl Lars Winter, Jens Paustian und Stefan Meyer den Fragen der Plöner Bürger in der Aula am Schiffsthal. Quelle: Dirk Schneider
Plön

Da war der „Hausherr“ doch ein wenig neidisch, er nannte es aber lieber „beeindruckt“: Wo der Plöner Bürgervorsteher Dirk Krüger zu regulären Ratsversammlungen die wenigen Zuhörer in der Schiffsthal-Aula sonst mit Handschlag begrüßen kann, drängten sich am Dienstagabend 350 Plöner, die die drei Bürgermeisterkandidaten wenige Tage vor der Wahl noch einmal live erleben wollten.

Die drei Wahlkämpfer Stefan Meyer, Jens Paustian und Lars Winter setzten das weitgehend faire Miteinander fort, hatten jedoch mit dem RSH-Radiomoderator Carsten Kock den bewährten „Dompteur“ vor der Nase. Mit persönlichen Fragen nahm Kock den drei Kandidaten die Nervosität: Welches Auto, welches Instrument und welches Werkzeug am ehesten der möglichen Amtsführung entspreche, wollte der Moderator wissen. Mit der Auto-Frage startete Meyer in den Abend („VW Touran – groß genug, um alle mitzunehmen und schnell, wenn es drauf ankommt“), die Instrument-Frage war für Winter keine Frage („Schlagzeug – das gibt den Takt vor“) und die Werkzeug-Frage fand in Paustian einen versierten Handwerker („Schraubendreher – trifft immer genau die Mitte“).

 Ein wenig aufgelockert ging’s dann an die harten Fakten: „Wie ist es um das Plöner Image bestellt?“, wollte Kock wissen. Winter nannte als schlechtes Beispiel den Marktplatz, der sich für Jahr- und Wochenmärkte eigne, aber nicht zum Verweilen einlade. Paustian forderte dazu auf, die Lage nicht schlecht zu reden, auch wenn ihn persönlich Leerstände und magerer Branchenmix ärgerten. Meyer war ähnlicher Ansicht: Nicht alles negativ sehen und mal mit dem Blick von auswärtigen Besuchern auf das Stadtbild schauen: Es gäbe viel Schönes zu entdecken.

 Die Attraktivität der Stadt für Jung und Alt ist eine Baustelle, der sich der zukünftige Bürgermeister annehmen sollte, verdeutlichen auch einige Fragen aus dem Publikum: Bezahlbare Grundstücke für junge Familien, eine gesicherte Betreuung für Kinder im Vorschulalter, und bezahlbare barrierefreie Wohnungen für die älteren Semester sehen die Kandidaten auf den vorderen Plätzen, wobei Winter sich als einziger gegen das Baugebiet „Seewiesen“ aussprach: Er sieht in der Innenstadt noch genügend Platz für eine Verdichtung der Bebauung, seine beiden Mitbewerber möchten die grünen Oasen in der Stadt lieber erhalten.

 Nicht helfen konnten alle drei bei dem Wunsch nach einer Diskothek in der Stadt, der bei Jugendlichen an erster Stelle steht. Die Jugendarbeit selbst liegt bei dem derzeitigen, der offenen Ganztagsschule angegliederten Jugendzentrum allein schon wegen der Öffnungszeiten (bis 18 Uhr) für die 14- bis 18-Jährigen weitgehend brach. Lars Winter setzt sich in diesem Zusammenhang für eine Jugendbeteiligung und ein (gesetzlich vorgeschriebenes) Jugendparlament ein.

 Das Thema „Innere Sicherheit“ brachte nicht etwa Carsten Kock, sondern Reinhard Heuck aus dem Publikum ins Rollen. Schlecht beleuchtete Tunnel seien ein Angstraum für Radler. Apropos Radler: Die scheren sich zurzeit mehrheitlich nicht um die Zeiten, in den sie eigentlich schieben müssten. Kripobeamter Meyer räumte ein, dass seine Kollegen vom Schutzdienst die Kontrollen durchaus intensivieren könnten. Und wo die Diskussion schon mal in der Fußgängerzone angekommen war, kritisierte die städtische Behindertenbeauftragte Ute Wacks, dass sich auch der Lkw-Lieferverkehr nicht an die Zeiten halte und man als Fußgänger oft genug auch tagsüber darauf achten müsse, nicht unter die Räder zu kommen.

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