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Plön Dicke Luft in der Kita
Lokales Plön Dicke Luft in der Kita
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17:42 28.06.2016
Von Anne Gothsch
Guido Ostendorp (stehend) vom Landesamt für soziale Dienste erläutert den Eltern die Untersuchungsergebnisse. Quelle: Anne Gothsch

Die Kita war kurzzeitig geschlossen worden, weil eine mögliche Belastung der Raumluft mit Pentachlorphenol (PCP) vermutet worden war. „Doch sowohl die Raumluft-Untersuchung auf PCP, als auch die vorsorglich zusätzlich vorgenommene Schimmelpilz-Messung haben ergeben, dass zum jetzigen Zeitpunkt kein gesundheitliches Risiko für Kinder und Mitarbeiter der Kita besteht, versicherte Guido Ostendorp vom Landesamt für soziale Dienste, Bereich Gesundheitsschutz, auf einem Informationsabend für Eltern am Montag mehrfach ausdrücklich.

 Die Stimmung an diesem Abend, an dem neben Ostendorp auch Vertreter der Unfallkasse Nord, des Gesundheitsamts des Kreises Plön, der Stadt Preetz sowie die DRK-Ortsvorsitzende Jutta Conrad teilnahmen, war sichtlich gereizt. Auf DRK-Seite war von Missverständnissen, Anschuldigungen und Unterstellungen die Rede, Eltern sprachen dagegen von Vertuschung, Verharmlosung, Intransparenz und mangelnder Kommunikation.

 Kommunikations-Defizite untereinander sowie zwischen Kita-Verantwortlichen und Eltern mussten die Beteiligten auch einräumen. Im Vorfeld habe es einiges Durcheinander gegeben, das letztlich in den widersprüchlichen Anordnungen von Schließung und Öffnung gegipfelt sei. Zur Geschichte des Ganzen: Anfang des Jahres sei im „Elefanten“-Raum eine bräunliche Flüssigkeit von der Decke des 45 Jahre alten Gebäudes getropft. Ein erstes, vom DRK offenbar Anfang Mai in Auftrag gegebenes Gutachten eines privaten Unternehmens habe eine Belastung mit PCP ergeben. Vermutet wird, dass der Stoff aus dem damals verwendeten Holzschutzmittel stammt, das seit 1989 verboten ist. Der Raum sei daraufhin nicht mehr genutzt worden, und das DRK habe das Gesundheitsamt und die Stadt Preetz informiert, ebenso in einem sehr kurzfristig anberaumten Elternabend auch einige Eltern. Am 27. Mai habe es einen Ortstermin mit einer Mitarbeiterin des Kreisgesundheitsamts gegeben, die am 31. Mai eine Raumluft-Messung vornahm, deren Auswertung 14 Tage gedauert hat. Aufgrund des ersten, allerdings laut Ostendorp in seiner Ausformulierung fehlerhaften Gutachtens habe es am 10. Juni einen Ortstermin mit einer Vertreterin der Unfallkasse Nord gegeben, die die Schließung der Einrichtung zum 13. Juni angeordnet habe. Einen Tag später habe dann jedoch das Ergebnis der vom Gesundheitsamt initiierten Raumluft-Messung vorgelegen, nach dem kein Gesundheitsrisiko bestehe und die Kita wieder geöffnet werden könne.

 Da das Misstrauen der Eltern trotz ausführlicher Erklärung der Ergebnisse nicht ausgeräumt werden konnte, bot Ostendorp eine erneute Untersuchung im Beisein von Elternvertretern an und plädierte für eine zeitnahe Bestandsaufnahme über das gesamte Dach. Die weitere Ursachenforschung und letztlich Sanierung des 45 Jahre alten Flachdaches sei unumgänglich. Mit den Worten „endlich werden unsere Ängste mal ernst genommen“, wurde dieser Vorschlag von den Eltern begrüßt.

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