Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Plön E-Ladesäule in Plön wird selten genutzt
Lokales Plön E-Ladesäule in Plön wird selten genutzt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:00 27.10.2018
Von Anja Rüstmann
Das mitgebrachte Ladekabel kommt in die Säule, dann ans Auto. Stadtwerke-Chef Ingo Eitelbach macht es vor.  Quelle: Anja Rüstmann
Plön

Zwei Anschlüsse, zwei reservierte Parkplätze – und fast nie ist dort ein Elektroauto zu sehen. Ist das Prozedere zu kompliziert? Ingo Eitelbach, Chef der Plöner Stadtwerke, die die Tankstelle aufgebaut haben, erklärt Schritt für Schritt, wie einfach das Laden ist.

„Alles, was es dazu braucht, ist eine App für das Smartphone“, sagt Eitelbach. Sie heißt „e-charge“. Laut Bedienungsanleitung auf der Säule ließe sich auch der Ladepunkt per Telefonhotline freischalten. Wir probieren die App, die schnell über LTE heruntergeladen ist. „39 Cent kostet die Kilowattstunde“, erklärt Eitelbach.  Bezahlt wird mit Paypal oder Kreditkarte. 50 Euro müssen erst mal authorisiert werden. Auch wenn ich nur mal testen will, wie man hier auflädt? Ja, anschließend wird genau abgerechnet und nur der angefallene Betrag vom Paypal-Konto abgebucht.

Es hat angefangen zu regnen. Das Ladekabel und der Regenschirm, beides aus dem Kofferraum, werden jongliert. Erst das eine Ende des Kabels in die Ladesäule stecken, dann das andere ins Auto. Den Wagen abschließen – und es passiert nichts. Da wundert sich auch Ingo Eitelbach. Doch der Fehler ist schnell gefunden. Die beiden Ladeplätze haben (ich finde relativ kleingedruckt) Nummern, ich habe die falsche in der App angegeben.

Also nochmal, diesmal den richtigen Ladepunkt anklicken, Ladekabel anschließen, Auto verriegeln – und jetzt blinkt es grün. Der Wagen wird geladen. Hurra! Warum machen das nicht mehr E-Mobil-Fahrer? Immerhin dürfen sie hier kostenlos parken, solange das Auto tankt. Bisher habe das Ordnungsamt hier auch noch keine Knöllchen verteilt, wenn das Ladekabel angeschlossen, aber der Ladevorgang bereits beendet war. Das kann einem Touristen schon mal passieren, wenn zum Beispiel der Spaziergang am Strandweg etwas länger dauert. Denn die 22 kw-Säule ist schnell, ein BMW i3 in rund zweieinhalb Stunden vollgetankt. Dafür hat sie auch 7000 Euro gekostet, plus Installation.

246-mal sind an dieser E-Ladesäule seit Juni 2016 Autos getankt worden, erzählt Eitelbach. Wenig. „Die E-Säule ist ein deutliches Verlustgeschäft“, gibt er zu. Das würde sich erst bei fünf oder sechs Ladevorgängen pro Tag ändern. Doch die Stadtwerke wollen ein Zeichen setzen, die E-Mobilität bewerben. Sie selber haben bisher drei Fahrzeuge mit E-Antrieb: zwei Pritschenwagen und einen Pkw für die Verwaltung. Getankt werden die an der nicht-öffentlichen Säule auf dem Kläranlagen-Gelände.

Zurück zum Bootshafen. Der zugegebenermaßen ganz kurze Test hat acht Cent gekostet, die von meinem Konto abgebucht worden sind und Innogy, eine RWE-Tochter, bekommt. Das war dann eine Fünftel-Kilowattstunde. Den Preis fürs Laden kann man noch etwas senken, wenn man einen Vertrag abschließt – zum Beispiel im Büro der Stadtwerke ein paar Meter entfernt. Das ist bisher aber nur einmal gemacht worden. Und es ist mit Sicherheit etwas komplizierter und dauert länger als das Freischalten und Bezahlen per App.

Hier sehen Sie weitere Fotos vom Test an der E-Ladesäule
Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Laboer geben sich nicht geschlagen. Etwa 100 Einwohner waren in die Turnhalle gekommen, um über die Zukunft der Meerwasserschwimmhalle zu diskutieren. Der Bürgermeister staunte: Viele wünschen sich, dass die Gemeindevertreter ein Konzept entwickeln, wie die Halle für Laboe erhalten werden kann.

Astrid Schmidt 26.10.2018
Plön Lütjenburger Förderung - Stadt führt eigenes Baukindergeld ein

Was die Bundesregierung in Berlin kann, kann die Stadt Lütjenburg auch: Als erste Kommune in Schleswig-Holstein führt Lütjenburg ein eigenes Baukindergeld ein. Familien mit Kindern, die Bauland von der Stadt kaufen, werden pro Kind 3,50 Euro pro Quadratmeter erstattet.

Alev Doğan 26.10.2018
Plön Fußgängerzonen-Pläne - Plön käme mit zwei Pollern aus

Mit Pollern möchte die Stadt Plön den Lieferverkehr tagsüber aus der Fußgängerzone verbannen. An entsprechende Schilder halten sich bisher längst nicht alle. Zwei Poller und eine feste Sperre sind geplant. Da die Poller versenkbar sind, können Anwohner jederzeit zu ihren Häusern kommen.

Anja Rüstmann 26.10.2018