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Plön Ex-Landrat von Bismarck stellte seine Memoiren vor: Scharfe Worte gegen alte Widersacher
Lokales Plön Ex-Landrat von Bismarck stellte seine Memoiren vor: Scharfe Worte gegen alte Widersacher
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16:01 17.11.2009
Plön

Die Autobiografie widmet sich nicht nur seiner Jugend in Pommern und Ostpreußen, der Vertreibung durch die russische Armee, dem Schicksal des Vaters und seiner Zeit als Ministerialbeamter in Kiel. Die Schilderungen der Landratszeit sind eine persönliche Abrechnung Bismarcks mit Teilen der CDU und vor allem mit dem heutigen Landtagsabgeordneten und früheren Kreisvorsitzenden Werner Kalinka.

Bei der Buchpräsentation im Kreishaus war dem früheren Landrat regelrechter Zorn über die Kontroversen in den 80er Jahren noch anzumerken. Er hätte noch mehr über Kalinka schreiben können. Doch er habe bewusst das weggelassen, was besonders verletzend gewesen sei, bemerkte Bismarck vor der Presse. Dennoch finden sich solche Sätze zuhauf in der Biografie: „Besonders berührt und abgestoßen hat mich damals, dass Kalinka eine ausgeprägte Neigung zu haben schien, zwischenmenschliche Beziehungen zu beschädigen und zu zerstören.“ In dem Buch wird Kalinka als „Populist“ und „Opportunist“ bezeichnet, der sich zunehmend zu einer „abnormen Persönlichkeit“ entwickelt habe.

Der CDU hielt er vor, das Thema Umweltschutz regelrecht verschlafen zu haben. Bismarck war der erste Landrat in Schleswig-Holstein, der ein eigenständiges Umweltamt in der Behörde einrichtete. Er sei regelrecht von seiner Partei angegangen worden, als er mit Grünen-Kreistagsabgeordneten nur gesprochen habe.

Bismarck musste seinen Platz im Landratszimmer räumen, nachdem SPD und Grüne die Mehrheit im Kreistag übernahmen und Joachim Wege ins Amt wählten. Wie sehr Bismarck heute noch geschätzt wird, bewiesen zahlreiche, mittlerweile pensionierte Kreismitarbeiter, die die Buchvorstellung ihres früheren Chefs verfolgten.

Die Autobiografie ist nicht nur etwas für Leser, die die hitzige Kreispolitik der 80er Jahre aus Innenansichten heraus kennenlernen möchten. Bismarck widmet ein Kapitel seinem Vater Georg von Bismarck, der als General im Zweiten Weltkrieg in Rommels Afrikakorps gedient hatte und 1942 bei El Alamein fiel.

Der frühere Plöner Landrat ist nicht in direkter Linie verwandt mit dem berühmten Reichskanzler Otto von Bismarck. Der ist nur ein Ur-Großonkel 17. Grades. Man muss bis ins 16. Jahrhundert zurückblicken, um einen gemeinsamen Vorfahren zu finden. Dennoch: „Onkel Otto überstrahlt die Familiengeschichte“, sagte Bismarck schmunzelnd. Sein Buch sieht er daher auch als einen Beitrag, die etwas weniger bekannten Bismarcks vorzustellen. Von Bismarck gibt am Freitag, 20. November, von 11 bis 12 Uhr eine Signierstunde in der Buchhandlung Schneider in Plön. hjs

Das 423 Seiten starke Buch „Von Pommern nach Plön - Erinnerungen eines Landrats aus acht Jahrzehnten“ ist im Wachholtz-Verlag (Neumünster) erschienen und kostet im Buchhandel 25 Euro.

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