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Plön Bismarck in Wittmoldt
Lokales Plön Bismarck in Wittmoldt
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16:09 25.09.2014
Von Hans-Jürgen Schekahn
Peter Striebeck bereitete sich akribisch auf seinen Dreh in Wittmoldt vor. Einen „halben Meter“ Bücher habe er über Bismarck gelesen. Quelle: hjs
Wittmoldt

Die Szenen und Dialoge sind abgestimmt mit dem amerikanischen Historiker Jonathan Steinberg, der 2011 eine Bismarck-Biografie herausgab.

 Auch Peter Striebeck bereitete sich akribisch auf seinen Dreh in Wittmoldt vor. Einen „halben Meter“ Bücher habe er über Bismarck gelesen. Um der historischen Figur noch näher zu kommen, suchte er auch das persönliche Gespräch mit dem heutigen Chef der Fürstenfamilie, Ferdinand von Bismarck. Ein Detail aus dieser Unterhaltung fließt in die Spielszenen der 52 Minuten lagen Dokumentation ein. Bismarck liebte es, sich mit dem Rücken an alte Eichen zu stellen. Er habe die Kraft der Bäume in sich aufnehmen wollen, so Striebeck.

 Den Hamburger Schauspieler fasziniert die persönliche Größe Bismarcks, im Guten wie im Schlechten: auf der einen Seite der geniale Außenpolitiker, der durch drei Kriege ein vereintes Deutschland schafft, sich danach aber einer Friedenspolitik für Europa verschreibt. Auf der anderen Seite ein Politiker, der rücksichtslos gegen Sozialdemokraten und Katholiken vorgeht, der in seiner persönlichen Eitelkeit zahllose Staatsbeamte ungerecht behandelt oder aus ihren Funktionen drängt. Ein zeitgenössisches Zitat aus den politischen Anfängen Bismarcks beschreibt ihn so: „Nur zu gebrauchen, wenn das Bajonett schrankenlos waltet.“

 Striebeck („Man hat mich mit aller Gewalt zurück vor die Kamera geholt“) will mit seiner Schauspielkunst daher auch keinen heroischen, deutschtümelnden Bismarck zeigen, kein geschöntes Bild: „Ich möchte alle Details seines Charakters widerspiegeln, schwarz und weiß.“

 Die Szenen zeigen den alten, verhärmten Bismarck, der gemeinsam mit Lothar Bucher (gespielt von Steven Scheumann) seine Gedanken und Erinnerungen zu Papier bringt. Eine Autobiografie, in der Bismarck kräftig seine dunklen Seiten und Aktionen schönt.

 Die Dokumentation ist ein Wechsel aus Spielszenen, historischer Reflexion und Einordnung der Person Bismarcks in die europäische Geschichte. Der Titel lautet Bismarcks letzter Kampf.

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