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Plön Das letzte Reetdachhaus in Möltenort
Lokales Plön Das letzte Reetdachhaus in Möltenort
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05:00 09.10.2018
Von Isabelle Breitbach
Der Roehrskroog ist eines der ältesten noch erhaltenen Gebäude in Möltenort. Doch nicht nur deshalb ist das schnuckelige Reetdachhaus im Möltenorter Weg 1 bekannt: Seit 1983 betreibt die Familie Enterich hier das Galerie-Café. Quelle: Patricia Enterich
Möltenort

„Das Strohdachhaus wurde als 26. Haus im Dorf 1854 gebaut“, heißt es in „Vörn Ohrt“, einem Heft, für das Heikendorfer Bürger sich zur Dokumentation der Möltenorter Ortsgeschichte auf Spurensuche begeben haben. Mit 164 Jahren ist der Roehrskroog eines der ältesten noch erhaltenen Gebäude hier; dazu eines, das über die Ortsgrenzen hinaus bekannt ist. Bis in die 1960er-Jahre gehörte es der Familie Rix, die im Sommer Zimmer an Badegäste aus Kiel vermietete. Emma Rix, die Leiterin der Gemeindekasse in Heikendorf war, kannte jeder: „Bei ihr gab es den besten Kaffee und die schönsten Torten für ihre Verwandten und Freunde“, heißt es.

1983 gelangte der Roehrskroog wieder in die Hände einer Backkünstlerin

Mit der Eröffnung des Galerie-Cafés im Jahr 1983 schloss sich der Kreis. Der Architekt und Tischlermeister Gerhard Enterich hatte zuvor im Obergeschoss sein Büro, während die erste Pächterin, Künstlerin Tina Schwichtenberg, unten töpferte und ausstellte. Neben dem Namen Galerie-Café erinnern die handgearbeiteten Fußbodenkacheln in der Diele an diese Zeit. Als Schwichtenberg die Räumlichkeiten 1982 aufgab, übernahmen die Enterichs, zunächst ohne Idee, was damit passieren sollte: Gerhard Enterich renovierte seine „kleine Oase“ erst einmal gründlich, steckte 400 000 Mark in das bis heute gepachtete Gebäude. Wie es zu dem Café kam? Tim Enterich hat da eine Vermutung: „Meine Mutter Edith konnte und kann bis heute mit bald 80 Jahren so gut backen, dass sie wohl dachten: ein Café macht Sinn.“

"Es gibt den Menschen ein bisschen Halt, dass es Sachen gibt, die Bestand haben"

Heute arbeiten er und seine Frau Patricia nicht nur hier: Zusammen mit Sohn Paul wohnen sie im Obergeschoss. „So haben wir Zeit für die Familie und können immer für unsere Gäste da sein." Für Tim Enterich hat das alte Haus, mit dem er aufgewachsen ist, einen besonderen Reiz: "Ich glaube, es gibt den Menschen ein bisschen Halt, dass es Sachen gibt, die Bestand haben. Sonst hat Möltenort sich ja ziemlich gewandelt." Zwar bahnt sich im Roehrskroog zuweilen ein Riss seinen Weg durch das Gemäuer, der Marder nagt am Dach oder die Sicherung fliegt raus, wenn man neben Wasserkocher und Kaffeemaschine noch den Ofen anschmeißt: Doch das gehört eben zum Charakter.

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Seit 164 Jahren steht das schnuckelige Haus mit dem Strohdach im Möltenorter Weg 1 – die Geschichte des Roehrskroogs.
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