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Plön Das Werben um Verträge beginnt
Lokales Plön Das Werben um Verträge beginnt
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17:55 16.01.2017
Von Hans-Jürgen Schekahn
Der Zweckverband Breitbandversorgung im Kreis Plön hat sich zum Ziel gesetzt, 16000 Haushalte mit schnellem Internet zu versorgen. Quelle: Jörg Wohlfromm

Die Bürger bekommen zunächst ein Info-Paket zugeschickt. Darin enthalten ist unter anderem ein Mustervertrag für den Glasfaseranschluss, der vom Partnerunternehmen Pepcom aus Unterföhring gebaut und betrieben wird. Der Zweckverband finanziert den Ausbau (42 Millionen Euro), Pepcom mietet das Netz auf 25 Jahre. Im Anschluss an diese schriftliche Information laden die Gemeinden zu Einwohnerversammlungen ein, in denen es auch ins Detail geht – und um die Unterschrift unter den Vertrag. Bis in den August hinein sollen alle Bürger im Verbandsgebiet über die Technik und die Konditionen informiert worden sein.

 Der erste Bauabschnitt liegt im Westen des Kreisgebietes und erstreckt sich über Teile der Ämter Preetz-Land, Bokhorst-Wankendorf und Großer Plöner See. Die ersten Kunden sollen schon diesen Sommer ihren Glasfaseranschluss erhalten. Insgesamt 13 Millionen Euro will der Zweckverband in diesem Jahr in das Kabelnetz investieren, so Verbandsvorsteher Volker Schütte-Felsche und Geschäftsführer Wolfgang Oellermann. Weitere 26 Millionen Euro stehen in 2018 zur Verfügung. Die Gemeinden sind in vier Bauabschnitte eingeteilt, die nacheinander abgearbeitet werden. Der Ausbau geht 2019 zu Ende. Schütte-Felsche: „Wir wollen auch Gebiete erreichen, die für andere Unternehmen wirtschaftlich nicht lukrativ sind und bauen daher ein eigenes, kommunales Glasfasernetz.“ Ohne dieses Projekt würde der ländliche Raum im Kreis Plön auf Dauer von einer schnellen Datenübertragung abgehängt sein, ist Schütte-Felsche überzeugt.

 Der kommunale Zweckverband aus 46 Gemeinden sei nicht ein weiterer Wettbewerber auf dem Markt, sondern wolle flächendeckend die Dörfer auf die Anforderungen der Zukunft vorbereiten. Schon heute sei es für den Wert einer Immobilie entscheidend, ob sie mit einem schnellen Internet ausgestattet ist. Mit dem geplanten Glasfasernetz sind Datenübertragungen bis in den Giga-Bereich möglich.

Übersicht der Teilabschnitte Quelle: Grafik: Jochen Wenzel

 Für Schütte-Felsche und Oellermann gibt es jetzt nur noch eine Zahl: 55 Prozent der Haushalte in den Gemeinden müssen mitmachen, ansonsten fällt der Ausbau in diesen Orten aus. Im ländlichen, schlecht versorgten Raum sehen sie keine Schwierigkeiten, diese Hürde zu nehmen. Problematischer werde es in Dörfern, die bereits relativ gut durch die Telekom versorgt seien. Das Unternehmen hatte in Gemeinden des Verbandsgebietes im vergangenen Jahr Glasfaseranschlüsse bis zu den jeweiligen Verteilerkästen verlegen lassen. Der Zweckverband legt seine Leitungen bis ins Haus der Kunden.

 Ein weiteres Argument von Schütte-Felsche für eine schnelle Unterschrift: Der Hausanschluss ist in der Vermarktungsphase kostenlos. Später nach Abschluss der Bauarbeiten müssten Neukunden dafür über 1000 Euro bezahlen.

 In Nettelsee freut man sich, Pilot-Gemeinde des Zweckverbandes zu sein. Bürgermeisterin Anke Jahnke und ihre Mitstreiter wollen sich dafür einsetzen, dass die notwendige Anschlussquote erreicht wird. Ein Termin für die Einwohnerversammlung steht noch nicht fest. Auf den Optimismus setzt auch Schütte-Felsche: „Die Pilot-Gemeinde ist wichtig. Das muss gelingen.“

 Der Betreiber des Netzes, die Pepcom, wurde 2001 gegründet und betreibt rund 100 regionale und lokale Kabelnetze. Zuletzt installierte das Unternehmen, das zum SDAX-Konzern Tele Columbus gehört, 4000 Glasfaseranschlüsse in Gemeinden in Niedersachsen.

 Die Preise für die Glasfaserleitung stehen auch schon fest. Für unbegrenztes Telefonieren und den Internetzugang zahlen die Haushalte 39,99 Euro im Monat, wenn sie mit einer Übertragungsleistung von 50 Mbit zufrieden sind. Höhere Leistungen sind möglich, aber teurer und eher etwas für Gewerbebetriebe. Für weitere fünf Euro kann auch ein Fernsehzugang gebucht werden.

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