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Plön Grünes Licht für Luxusferienanlage
Lokales Plön Grünes Licht für Luxusferienanlage
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14:15 04.10.2012
Von Astrid Schmidt
An dem Vorhaben für die Marina Wendtorf hat sich nichts geändert. Seit vier Jahren laufen die Planungen, jetzt stellten die Gemeindevertreter in Wendtorf die planungsrechtlichen Weichen und beschlossen die Änderung des Bebauungsplanes, der jetzt für einen Monat im Amt Probstei ausliegt. Quelle: Astrid Schmidt
Wendtorf

Damit sind die bauplanungsrechtlichen Weichen für die Luxusferienanlage gestellt. Wie berichtet, will Investor Sven Hollesen, der die Sitzung verfolgte und am Ende erleichtert war, rund 70 Millionen Euro in das Gesamtprojekt investieren. Dazu zählen Ferienhäuser vor und auf dem Deich, schwimmende Ferienhäuser, für die es einen städtebaulichen Vertrag gibt, ein Hotel am Eingang des Areals und Wohnhäuser im südlichen Bereich. Kernstück soll die Bebauung an der Hafenkante mit Wohnungen, Restaurants und Shops sowie einer Erlebnispromenade werden.

Grünes Licht für die Luxusferienanlage Marina Wendtorf

An den Grundzügen dieser Planung habe sich seit den öffentlichen Informationsveranstaltungen (die jüngste war im Mai) nichts geändert, erläuterte Bürgermeister Otto Steffen. Er wurde in dieser als historisch zu wertenden Sitzung nicht nur von Amtsdirektor Sönke Körber und Fachanwalt Arnold Witt unterstützt, sondern hielt auch zum ersten Mal in seiner 46-jährigen Dienstzeit eine Sitzung vor laufender Kamera des NDR-Fernsehens ab. Denn das Interesse an dem 70-Millionen-Euro-Projekt ist groß. In der Region, in der das Vorhaben aus touristischer Sicht durchweg positiv betrachtet wird. Und bei den Anliegern, bei denen das Echo geteilt ist.

Rund 60 von ihnen hatten sich, wie berichtet, zu einer Interessengemeinschaft zusammengefunden, um gegen die Pläne vorzugehen. Auf ihre Rechtsauffassung, dass die Pläne gegen das Gesetz verstießen, weil die Marina eine einst öffentlich gewidmete Fläche sei, ging Rechtsanwalt Arnold Witt ein. Er erklärte auf die Anfrage von Gemeindevertreter Volker Petong (Wählergemeinschaft), dass der Bund die Flächen ausdrücklich freigegeben habe. Dies käme praktisch einer Entwidmung gleich. Die Gemeinde habe sie erworben und veräußert, um sie zu entwickeln, wie es ihre Aufgabe sei. Gleichwohl habe jeder das Recht, sich juristisch dagegen zu wehren, so Witt.

Ein Argument der Gegner war auch die Befangenheit von sechs Gemeindevertretern, so dass lediglich fünf Ortspolitiker über dieses Projekt befanden. Dies sei kein Einzelfall in kleinen Gemeinden und rechtlich nicht zu beanstanden, erklärte Witt auf Nachfrage.

Nach dem einstimmigen Beschluss erklärte der Amtsdirektor das weitere Prozedere. Einen Monat lang nach Bekanntmachung liegen die Pläne im Amt Probstei aus. Jeder kann Anregungen, Bedenken und Hinweise abgeben. Um eine möglichst hohe Transparenz zu erlangen, so Körber, seien sie auch im Internet unter www.amt-probstei.de einsehbar.

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