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Landwirtschaftsfamilie Hansen übernimmt den Milchviehbetrieb

Gut Behl wechselt Eigentümer

Von Hans-Jürgen Schekahn

Einer der größten Milchviehbetriebe Schleswig-Holsteins hat den Besitzer gewechselt. Das traditionsreiche Gut Behl gehört seit dem 1. Dezember der Landwirtsfamilie Hansen vom Hof Oha in Ascheberg

Das Gut Behl in der Gemeinde Grebin hat einen neuen Besitzer. Die Plastikkuh am Eingang nimmt es mit Gelassenheit.

© hjs

Grebin.. Ein Sprecher der Familie bestätigte den Kauf, wollte sich aber weiter nicht äußern. Nach Informationen der Kieler Nachrichten besitzt die Familie mehrere große landwirtschaftliche Anwesen in Schleswig-Holstein darunter in Dersau und Engelau und in Mecklenburg-Vorpommern in Plau am See.

Das Gut mit rund 500 Stück Milchvieh gehörte zuletzt der Hamburger Familie Jebens. Gerüchte, dass das Anwesen verkauft werden soll, gab es bereits seit Jahren. Die Familie hatte die große Hofstelle 1975 erworben und die Milchviehherde von damals 50 Stück bis zur heutigen Größe erweitert. Der Betrieb hat eine Größe inklusive Pachtland von rund 400 Hektar. Die besten Behler Kühe geben pro Tag rund 60 Liter Milch und zählen damit bundesweit zu den Spitzentieren.

Der damalige Eigentümer Klaus Jebens investierte 1996 umgerechnet eine Million Euro in den Bau einer modernen Käserei, die in diesem Sommer von seinem Sohn Klaus-Peter geschlossen wurde. Bis zu 170 Tonnen Käse in 13 verschiedenen Sorten gingen pro Jahr in den Handel. Der Käsebetrieb werde allerdings nicht wieder aufgenommen, teilte der neue Eigentümer mit.

Landwirtschaft hat eine jahrhunderte alte Tradition an diesem Standort. Der Hof Behl wurde 1148 erstmals in einer Urkunde erwähnt. Verbürgt ist, dass bereits 1578 Käse hergestellt wurde. Eine Blütezeit erlebte das Gut in den 20er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als Walter Henry Merton das Anwesen bewirtschaftete. Merton stammte aus einer Unternehmerfamilie, die in Frankfurt die Metallgesellschaft gegründet hatte. Er machte Behl damals zu einem Vorzeigebetrieb mit Traktoren, künstlicher Bewässerung und erlesenen Milchkühen. Wegen seiner jüdischen Abstammung zwangen ihn die Nationalsozialisten, das Gut zu verkaufen. Nach zähen Gerichtsverhandlungen wurde ihm sein Land nach 1945 wieder übertragen.

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