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Plön "Ich will mehr verbinden als trennen"
Lokales Plön "Ich will mehr verbinden als trennen"
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07:00 13.07.2018
Von Merle Schaack
Einer von mehreren Lieblingsorten des neuen Heikendorfer Bürgermeisters Tade Peetz in seiner Gemeinde: Das U-Boot-Ehrenmal in Möltenort. Quelle: Merle Schaack
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Heikendorf

Sie haben das U-Boot-Ehrenmal als Ihren Lieblingsort in Heikendorf ausgesucht. Was macht ihn für Sie aus?

Tade Peetz: Ich habe in Heikendorf viele Lieblingsorte. Wir hätten uns auch am Strand oder der Altheikendorfer Bucht treffen können. Heikendorf zeichnet sich durch seine Wasserseite aus. Und das hier ist eine besondere Landmarke.

Nennen Ihre Schüler Sie jetzt Herr Bürgermeister?

Peetz: Zum Teil heißt es „Guten Morgen, Herr Bürgermeister“. Eine witzige Situation. Manchmal aber auch ein seltsames Gefühl. Bei der Entlassungsfeier der Gemeinschaftsschule habe ich einmal als Bürgermeister und einmal als Klassenlehrer einer zehnten Klasse geredet. Ich habe versucht, das stilistisch und inhaltlich ein bisschen zu trennen. Aber diese Situation wird sich so schnell nicht wiederholen, denn zumindest für das nächste Jahr ist abgesprochen, dass ich keine eigene Klasse bekomme.

Haben Sie überhaupt Sommerferien?

Peetz: Die verbringe ich komplett im Rathaus. Ich freue mich darauf, mich ganz auf das Bürgermeisteramt konzentrieren zu können. Die Verwaltung hat mich gut aufgenommen und unterstützt mich sehr stark.

Was ändert sich mit Ihnen für die Heikendorfer?

Peetz: Jeder Jeck ist anders. Jede Persönlichkeit wird das Amt anders ausfüllen. Inhaltlich ist vieles angeschoben, die Promenade, der Schulneubau. Das mit Leben zu füllen ist zum Teil eine andere Aufgabe als mein Vorgänger Alexander Orth sie hatte. Ich werde versuchen, mehr bürgerliches Engagement der Heikendorfer zu heben. Zum Beispiel beim Weltfischbrötchentag oder der geplanten Fiesta Maritima ist viel fremdvergeben worden. Ich glaube, wir könnten auch mit Heikendorfern viel auf die Beine stellen.

Sie sagten vor Ihrer Wahl, dass man Politik nicht nur mit dem Kopf, vor allem nicht mit dem Kehlkopf machen sollte. Was meinen Sie damit?

Peetz: Ich bin ja nicht als Vielredner bekannt – anders als andere, die stets einen hohen Redeanteil in Sitzungen haben. Ich versuche, alles auf den Punkt zu bringen. Ich möchte im Vorwege der Sitzungen vieles über Gespräche in die richtigen Bahnen lenken und politischen Streit vermeiden. Überhaupt will ich mehr verbinden als trennen, und als Bürgermeister bin ich sowieso kein Parteipolitiker. In der jüngeren Vergangenheit hat es keine tiefen Gräben in der Gemeindevertretung gegeben. Das möchte ich noch ausbauen.

Sie haben auch schon angekündigt, die Verwaltung entlasten zu wollen. Geht es künftig langsamer voran in Heikendorf?

Peetz: Einige Dinge muss man noch schneller erledigen, damit die Verwaltung gut arbeiten kann. Dass es manchmal stockte, hat in der Vergangenheit vielleicht auch an der Fülle der Projekte gelegen. Die Verwaltung erschien zum Teil als am Rande ihrer Belastbarkeit, und auch die Selbstverwaltung (die Gemeindevertreter, d. Red.) war ob der Vielzahl der Projekte überfordert. Ich möchte künftig möglichst erst eine Entwicklung zu Ende führen und dann die nächste Sache in die Hand nehmen. Mit der Ortskernentwicklung haben wir ohnehin schon ein riesiges Projekt vor der Brust.

Vor der Bürgermeisterwahl haben SPD und CDU sich darauf geeinigt, die Hauptsatzung ändern zu wollen und so einen hauptamtlichen Bürgermeister zu bekommen. Wann geht das los?

Peetz: Das liegt nicht an uns. Die Absprache ist, dass wir einen solchen Antrag unterstützen werden. Das haben wir gesagt und dann machen wir das auch.

Welches sind Ihre Herzensprojekte?

Peetz: Mein Ziel ist es, alles Ortsteile gleichwertiger zu behandeln. Neuheikendorf braucht zum Beispiel ein neues Feuerwehrgerätehaus. Dann stellt sich die Frage, was mit dem alten wird. Ich fände es schön, wenn man es als Anlauf- und Treffpunkt für die Bürger, Vereine, Verbände und Gilden erhalten könnte. Ein weiteres Beispiel ist der Hafen. Die Gemeindewerke haben schon Sanierungspläne, wir müssen uns überlegen, was wir mit unserem Teil davon machen. Wenn man ins Ausland, zum Beispiel nach Dänemark, blickt, sind Häfen ein richtiges Pfund, mit dem gewuchert wird. Sie verbinden das Gefühl von großer, weiter Welt mit Heimeligkeit. Vielleicht können wir unseren auch ein bisschen schöner gestalten, damit er ein Anziehungspunkt für die Menschen wird.

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