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Zur Müllentsorgung mit Tonne verdonnert

Högsdorf Zur Müllentsorgung mit Tonne verdonnert

Wer Klaus-Peter Klasen in der Gemeinde Högsdorf besuchen will, der muss den 650 Meter langen Schoppelweg bis zum Ende durchfahren. Weil der uralte Feldweg mit Knicks an den Seiten sehr schmal ist, kommen Müllfahrzeuge nicht durch. Nach 25 Jahren wird das nun zu einem Problem.

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Klaus-Peter Klasens Haus liegt am Ende eines langen Feldweges, den die Müllabfuhr wegen der Beschaffenheit des Weges nicht anfahren kann.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Högsdorf. Seit 1992 lebt Klasen zusammen mit seiner Frau in dem alten Bauernhaus, das sie eigenhändig renoviert haben. Schon damals fuhren keine Müllfahrzeuge das Grundstück an. Die Lösung: Die Familie kaufte Restmüllsäcke und stellte sie oben an die Hauptstraße im Dorf ab ebenso wie die Gelben Säcke. „Die passen ja gut in den Kofferraum.“ Das Papier kam in einen Container bei einem Supermarkt in Eutin. Die Entsorgung funktionierte also.

Vorschlag: Mülltonnen-Platz an der Hauptstraße

Doch im vergangenen Jahr kontrollierte das Amt für Abfallwirtschaft seine Unterlagen. Gleichzeitig rief Klasen einmal die Sperrmüllabfuhr an, um eine Gefriertruhe (oben an der Hauptstraße) entsorgen zu lassen. Und siehe da: Die Wohnadresse war dem Amt bisher nicht bekannt. Nun „vertonnerte“ ihn das Amt Ende vergangenen Jahres, dass er seinen Müll zukünftig über Mülltonnen zu entsorgen hätte. Aber beiden Seiten ist klar: die Tonnen für Restmüll und Papier jedesmal die 650 Meter hoch und runter schieben geht nicht. Das Amt schlägt als Lösung vor, einen Stellplatz an der Hauptstraße für die beiden Tonnen zu suchen.

Klasen, der Bürgermeister von Högsdorf ist, stellt das Thema zur Diskussion in der Gemeindevertretung. Dort lehnt man die Idee des Amtes ab. Zwar besitzt die Gemeinde ein Stückchen Land gerade an der richtigen Stelle, aber es sei zu abschüssig, um dort Tonnen aufzustellen, hieß es. Außerdem fürchten die Högsdorfer, dass die Behälter umgeworfen oder Müll einfach dort hingestellt wird.

Abfallsatzung erlaubt keine Ausnahme

Der stellvertretende Leiter der Abfallwirtschaft, Dieter Juhls, sieht dazu aber keine Alternative. Die Stellfläche für zwei Mülltonnen sei an dieser Stelle einfach und schnell zu errichten. Den wenigen Platz könne man einebnen.

Die Abfallsatzung des Kreises schreibt vor, dass ausnahmslos jeder Haushalt an die reguläre Müllabfuhr anzuschließen ist. Restmüll und Papier sind Pflicht, die Bio-Tonne kann für Gartenbesitzer mit Komposthaufen wegfallen. „Wir können da keine Ausnahme machen. Es könnten sich dann auch andere darauf berufen.“ Es sei auch kein ungewöhnlicher Vorgang. Wenn eine Kläranlage vorhanden sei, zwinge die Gemeinde auch jeden, sich daran anzuschließen.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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