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Gaschke kritisiert Stadtregionalbahn

Im Buch "Volles Risiko" Gaschke kritisiert Stadtregionalbahn

Einst sprach die frühere Kieler Oberbürgermeisterin Susanne Gaschke von einer „intelligenten, wichtigen Idee“, wenn sie über die Stadtregionalbahn redete. Gaschkes Haltung zu dem Projekt galt in ihrer Amtszeit dennoch als distanziert. Nun redet sie in ihrem Buch "Volles Risiko" Klartext. Die Plöner Kreis-CDU genießt die ungeschminkte Meinung der Ex-OB.

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Susanne Gaschke muss als Ex-OB nicht mehr Rücksicht auf Koalitionen nehmen. In ihrem neuen Buch spricht sie Klartext über die Stadtregionalbahn.

Quelle: Rainer Pregla

Plön/Kiel. Auf drei Seiten rechnet Gaschke in deftiger Sprache mit dem Projekt ab. Die Stadtregionalbahn sei „schöngerechnet“ und ein „Programmtrümmer“ der SPD, den sie als Kandidat geerbt habe, ohne sofort etwas dagegen tun zu können. Sie beschreibt die Stimmung innerhalb von SPD und Grünen: „Irgendwann muss dieses Projekt als neuer Traditionsbestandteil rot-grüner Fortschrittspolitik so fest etabliert gewesen sein, dass auf Parteitagen niemand mehr zu fragen wagte: Brauchen wir dieses Riesenvorhaben wirklich?“

 Gaschke behauptet, von Anfang an gegen die Bahn gewesen zu sein. Sie habe sich zu Beginn ihres Weges aber nicht stark genug gefühlt, „diesen Unfug zu kippen“. Mit einem Bruchteil des Geldes hätte man die Busflotte grundsanieren und die Fördeschifffahrt ausbauen können, heißt es in dem Buch.

 Ihr einziger Erfolg in der Sache: Ihr sei es gelungen, einen Bürgerentscheid über die Stadtregionalbahn ins Spiel zu bringen. „Diese Beinfreiheit ließ die SPD mir.“

 Die Ex-Oberbürgermeisterin sah auch die Bevölkerung gegen das Projekt positioniert. Die einfachen Bürger fürchteten die Kosten, die Kaufleute „jahreslanges Erdarbeiten-Chaos.“

 Die CDU im Kreis Plön, ein entschiedener Gegner der Stadtregionalbahn, fühlt sich durch Gaschke in ihrer ablehnenden Meinung bestätigt. „Ihr glasklares Nein ist ein weiterer Beleg, dass diese Bahn völlig unnötig ist“, heißt es in einer Mitteilung von Pressesprecher Tade Peetz. Möglicherweise sei die Haltung Gaschkes ein weiterer Grund für ihre Unbeliebtheit in der SPD-Spitze, vermutet er.

 Die Stadtregionalbahn soll schätzungsweise rund 380 Millionen Euro kosten, von denen der Bund 60 Prozent aufbringt. Im Umland fährt sie auf den Eisenbahntrassen, in Kiel auf neuen Schienen wie früher die Straßenbahn.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung