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Plön An den Wänden führt kein Weg vorbei
Lokales Plön An den Wänden führt kein Weg vorbei
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18:00 08.03.2018
Von Anja Rüstmann
So könnte eine Lärmschutzwand an der B 76 in Plön ab Rodomstorstraße in Richtung Eutin aussehen. Diese Visualisierung hat der LBV bereits 2007 erstellt. Quelle: LBV
Plön

 Die Anwohner hätten gerne endlich ihre Ruhe („wir können seit Jahren unseren Garten nicht nutzen“), viele Plöner wollen das Ortsbild nicht verschandelt sehen. Der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr (LBV) erläuterte auf einer Informationsveranstaltung in der Aula am Schiffsthal vor knapp 80 Zuhörern die Pläne, die mindestens drei Millionen Euro schwer sind. Nach all den Jahren sind die Plöner des Themas nicht müde. Das Planfeststellungsverfahren läuft, bis zum 23. April können Einwände abgegeben werden.

Vier Ordner liegen noch bis zum 26. März im Plöner Rathaus, prall gefüllt mit Planungsunterlagen. Und für jedermann einsehbar. Nur wer schriftlich Bedenken erhebt und Einwand einlegt, wird im Laufe des Verfahrens gehört, könnte auch klagen. Darauf wies Bürgermeister Lars Winter deutlich hin. Auch die Stadt überlegt und diskutiert in den Ausschüssen am 14. März und 18. April, wie ihre Stellungnahme aussehen wird.

Vom LBV erläuterten Bereichsleiter Matthias Forster und Wolfgang Sauer, Sachgebietsleiter für Bauvorbereitung, warum sie beziehungsweise der Bund die Absicht haben, in Plön eine Mauer zu errichten. Lärmschutz ist gesetzlich festgeschrieben, vor allem bei Neubaumaßnahmen. Als Ende der 1970er-Jahre die Straße gebaut wurde, hakte es bei der Berechnungsmethode für den Lärmschutz. Es gab noch keine einheitlichen Grundlagen und Grenzwerte. Inzwischen ist alles berechnet.

Forster und Sauer erklärten den Unterschied zwischen aktivem und passivem Lärmschutz. Denn nicht überall sollen die Wände (aktiver Schutz) stehen. An 77 Gebäuden ist passiver Lärmschutz geplant, der Bund zahlt dann neue Fenster oder Dachsanierungen. Für aufgeschüttete, deichähnliche Lärmschutzwälle ist in Plön kein Platz. Die Höhe der Wände variiert zwischen zwei und 4,50 Metern.

„Die Wände haben Löcher, Poren und Dämmmatten, die den Lärm aufnehmen. Der Schall wird nicht reflektiert“, erläuterte Forster. Rolf Timm (Övelgönne) fürchtet jedoch, dass der Lärm verlagert wird. „200 oder 300 Meter nach der Wand fällt der Lärm doch wieder runter. Plumpst er dann auf meine Terrasse?“ Sauer bestätigte, dass der Schall dann absinkt. Aber der Lärm nehme mit der Entfernung drastisch ab.

Birgit Wendt (Heidbleken) entdeckte mit Schrecken, dass die Wand nicht direkt an der Straße gebaut wird. „Fallen dann von meinem Grundstück 2,50 Meter weg?“, wollte sie wissen. Üblich ist ein Abstand von Lärmschutzwand zur Fahrbahn von 2,50 Metern. Nur vor der Eutiner Straße rückt die Wand näher an die B76, um den Baumbestand erhalten zu können.

„Ohne Wände können wir Lärmschutz in Plön definitiv nicht sicherstellen“, sagte Forster. „An der Wand führt kein Weg vorbei.“

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