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Möltenorter beklagen „Verklotzung“

Investoren-Pläne Möltenorter beklagen „Verklotzung“

Der Ortsteil Möltenort mit seinem Fischereihafen gehört zu den Perlen von Heikendorf. Das weckt Begehrlichkeiten bei Investoren. Einige Anwohner fürchten um den Charme der ehemaligen Fischersiedlung und protestieren gegen geplante Bauten.

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Ein Investor plant weitere Gebäude im Stil des Neubaus (rechts). Einige Anwohner laufen Sturm gegen die Pläne. Sie fürchten um das Ortsbild.

Quelle: Merle Schaack

Heikendorf. Schon seit Jahren gibt es in Möltenort in Sachen Neubauten immer wieder Reibereien. „Die Grundstücke gehen weg wie warme Semmeln“, sagt Bürgermeister Alexander Orth. Die Anwohner sind alarmiert. Stein des neuerlichen Anstoßes ist nun ein zweigeschossiges Mehrfamilienhaus in zweiter Reihe im Möltenorter Weg. Nach rund einem Jahr Bauzeit zogen im September die ersten Bewohner ein. Der Investor hat auch ein Auge auf zwei angrenzende Grundstücke geworfen, wo er ähnliche Gebäude errichten möchte. Eine zweite Bauvoranfrage wurde von der Gemeinde bereits positiv beschieden.

„In den letzten Jahren erleben wir eine absolute Ortsbildveränderung in Möltenort“, sagt Andrea Cederquist, Anwohnerin und Hausbesitzerin im Möltenorter Weg. „Das passiert schleichend. Wir Anwohner vermissen das Gefühl dafür, was Möltenort ausmacht. Die Investoren zerstören es.“ Sie und ihre Mitstreiter aus dem Ortsteil nennen die bauliche Entwicklung eine „Verklotzung“. „Diese Gebäude werden nur als Geldanlage angesehen“, schimpft ihr Nachbar Klaus Dahmke.

Hans-Herbert Pohl (CDU), der Vorsitzende des Bauausschusses, sieht keine einheitliche Möltenorter Bauweise. „Das sind vollkommen unterschiedliche Stile“, sagt er. „Nicht alle davon gefallen uns.“ Aber man sei an Recht und Gesetz gebunden. „Es gibt ein Baurecht, aber kein Bauverhinderungsrecht. Der subjektive Eindruck darf im Bauausschuss nicht ausschlaggebend sein.“

Weil es für das Gebiet keinen Bebauungsplan gibt, greift derzeit ein Paragraph im Baugesetzbuch, der lediglich besagt, dass Neubauten sich „in die Eigenart der näheren Umgebung“ einfügen müssen. Vor sechs Jahren hatte die Gemeinde einmal einen Bebauungsplan für das Gebiet auf den Weg gebracht, ihn aber letztlich wieder kassiert. Damals hatten Anwohner protestiert, weil sie ihre Rechte durch die geplanten Vorgaben für Gebäudemaße und Baufenster erheblich eingeschränkt sahen.

Investor Hartmut Spliedt von der Defina Immobilien GmbH mit Sitz in Emkendorf versucht, die Wogen zu glätten. „Wir bauen hochwertig. Das hat einen positiven Einfluss auf die Wertentwicklung der Bauten in der Nachbarschaft“, sagt er. Bei allen von ihm angestrebten Neubauten werde man „ein und dieselbe Handschrift“ erkennen.

Sorgen macht den Anwohnern aber auch die Versiegelung von weiteren Flächen. Sie befürchten, dass ihre ohnehin schon feuchten Grundstücke durch Verdrängung noch schlimmer durchnässt würden. Die Wasserproblematik ist allerdings im Zuge der Baugenehmigung vom Kreis zu behandeln. In einem Schreiben wandten sie sich nun an die Plöner Landrätin Stephanie Ladwig und forderten sie zu einer Stellungnahme auf.

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Ein Artikel von
Merle Schaack
Volontärin

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