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Vom Leuchtfeuer zum Hafenmeister-Büro

Juliusturm in Mönkeberg Vom Leuchtfeuer zum Hafenmeister-Büro

Wohl nur wenige Hafenmeisterbüros haben eine Geschichte wie das von Ernst „Erni“ Boller. Wenn der 75-Jährige in Mönkeberg den Hafen im Blick behält, tut er das aus einem ehemaligen Leuchtfeuer heraus. Der sogenannte „Juliusturm“ ist ein beliebtes Fotomotiv und feiert dieser Tage 90. Geburtstag.

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Hafenmeister Erni Boller hat aus dem Büro im ehemaligen Leuchtfeuer einen Rundumblick über den Mönkeberger Hafen.

Quelle: Merle Schaack

Mönkeberg. Erste-Hilfe-Koffer, kleines Heizgerät, Telefon, Übersichtsplan und natürlich eine ganze Batterie an Gäste-Flaggen: Im Büro von Hafenmeister Erni Boller ist gerade einmal so viel Platz, dass er sich auf seinem Stuhl einmal um die eigene Achse drehen kann. Trotzdem fehlt es hier an nichts. Boller hat alles, was ein gewissenhafter Hafenmeister braucht, in Griffweite.

Denn sein Büro ist rund, die hölzerne Einrichtung mit Schreibtischplatte und Schränken eigens dafür angefertigt. Und das Beste: Die ehemalige Spitze des Neukirchen-Feuers bietet ihm einen praktischen Rundumblick über den gesamten Sportboothafen.

Spitze sollte verschrottet werden

Das war in Mönkeberg nicht immer so. Denn als 1974 der neue Sportboothafen eingeweiht wurde, hatten die Schiffe ihren Platz im Hafen bekommen, die Skipper einen in der damaligen Fährhaus-Gaststätte. Nur einer wusste bei Wind und Regen nicht, wohin: Hafenmeister Julius Kuhrt.

Da war es ein glücklicher Zufall, dass die damalige Vereinsführung der WMV bei einem Segeltörn die eiserne Laterne des bisherigen Neukirchen-Feuers auf dem Tonnenhof in Holtenau entdeckten, wo sie auf ihre Verschrottung wartete. 1928 war das Leuchtfeuer, ausgerüstet mit einem Flüssiggas-Glühlicht, erstmals in der Nähe des Dorfes Neukirchen bei Flensburg angezündet worden. 1968 hatte es ausgedient und und wurde durch ein neues ersetzt. Nach einer Anfrage beim Wasser- und Schifffahrtsamt Kiel war klar: Die ausgediente Spitze sollte der Arbeitsplatz für Julius Kuhrt werden.

Und so bekam der Turm, der zunächst ohne seinen heutigen Unterbau auf die Plattform montiert wurde, schnell seinen Namen. Wann immer Gäste nach dem Hafenmeister fragten, bekamen sie die Antwort: „Julius sitzt im Turm“. Daraus wurde im Laufe der Zeit der Name „Juliusturm“, der sich bis heute hält.

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Hier sehen Sie Bilder vom Juliusturm früher und heute.

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