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Plön Mut zur Nische
Lokales Plön Mut zur Nische
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10:00 04.11.2017
Von Merle Schaack
Peter Hinze (li.) und sein Pop- und Gospelchor in der Kirchengemeinde Klausdorf trotzen dem Chorsterben. Quelle: Merle Schaack
Schwentinental

Seitdem die Kirche auf ihn zukam und ihn bat, unter ihrem Dach einen modernen Chor zu gründen, wird die Gruppe immer vielstimmiger. Hinzes Erfolgsrezept ist die Nische. Neben dem Pop- und Gospelchor in Klausdorf leitet er zum Beispiel einen Hippie- und einen reinen Schlager-Chor. „Überall kommen Leute dazu“, sagt er. Eine Beobachtung die im Gegensatz zur sonstigen Entwicklung der Chorszene steht. Der Sängerbund Schleswig-Holstein verzeichnet bei seinen Mitgliedschören einen stetigen Rückgang: von gut 400 vor zehn Jahren zu mittlerweile etwa 350. „Durch einen festen Termin in der Woche entsteht ein Zwang, davor scheuen sich die Menschen – insbesondere jüngere“, sagt Karl-Otto Schuldt, Vorsitzender des Sängerkreises Ostsee.

Was also macht Peter Hinze anders? „Ich versuche, mir jede Woche etwas Neues einfallen zu lassen“, sagt der 47-Jährige, der die Chorsätze zu jedem Stück und für jeden Chor selbst schreibt. Denn er weiß: „Meine größte Konkurrenz ist die Couch.“ Mal wird ein Wort geändert, mal eine Oktave tiefer gesungen – und der Chor entscheidet stets mit. „Jeder soll am Prozess teilhaben.“ Aber der Schwerpunkt jedes Chores bleibt. „Im Hippie-Chor singen wir auch nur Hippie-Songs.“ In Klausdorf ist neben der Moderne der Bezug zur Kirche die Konstante. Songs wie „Hymn“ von Barclay James Harvest, „Keep the faith“ von Bon Jovi und natürlich Leonard Cohens „Hallelujah“ gehören zum Repertoire, das inzwischen 20 Lieder umfasst.

Und die Musik ist längst nicht der einzige Grund, aus dem die 23 Frauen und drei Männer sich jede Woche treffen. „Was zählt, ist die Gemeinschaft“, sagt Hinze. „Ein guter Chor – das müssen Freunde sein.“ Oft wird deshalb zwischen den Stücken auch gelacht und geschnackt. Und auch abseits der Probenzeiten treffen sich die Sänger mal zum Grillen oder zu einem außerplanmäßigen Workshop. „Eine gewisse Probendisziplin ist mir natürlich wichtig. Aber ich setze niemanden unter Druck“, sagt Hinze. „Das hier sind alles Hobbyisten, niemand wird schief angeguckt, wenn er mal einen falschen Ton singt.“

Im Jahr ihres zweijährigen Bestehens liebäugeln die Klausdorfer mit einem ersten eigenen Konzert. Zuvor sind sie auch schon beim Lichtergottesdienst am Sonntag, 17. Dezember, um 18 Uhr in der Philippuskirche Klausdorf zu hören.

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