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Plön Bahngegner machen mobil
Lokales Plön Bahngegner machen mobil
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09:52 22.04.2014
Von Thomas Christiansen
Gegen die Reaktivierung der Bahnstrecke Kiel-Schönberg wächst der Widerstand. Quelle: cc
Kiel

Während der Schönberger Bürgermeister Dirk Osbahr die Landtagsentscheidung begrüßt und „wichtige Impulse für die Entwicklung der Gemeinde“ sowie „Vorteile für die ganze Probstei“ erwartet und die Bürgerinitiative Pro Bahn Probstei immer mehr Unterstützung auch über Schönberg hinaus erhält, wird vor allem in Probsteierhagen die Bahnlinie weiterhin vehement abgelehnt. Rückendeckung erhalten die Gegner jetzt aus dem Amt Lütjenburg. In einer Resolution sprechen sich 14 Bürgermeister der 15 Gemeinden des Amtes Lütjenburg gegen die Pläne zur Reaktivierung der Bahnlinie aus.

In dem an Verkehrsminister Reinhard Meyer gerichteten Schreiben kritisieren sie die auf der Grundlage von Daten aus 1997 hochgerechneten Fahrgastzahlen, die weder den vierspurigen Ausbau der B502 noch den veränderten Kieler Arbeitsmarkt, beispielsweise durch den Wegfall von Werftarbeitsplätzen, berücksichtigten. Während die Bahnverbindung für Bürger, die in der Nähe der Haltepunkte wohnten, attraktiv sein könnte, träfe dies für die Bürger im Amtsbereich Lütjenburg fern der Bahn nicht zu. Die Bürgermeister befürchten Nachteile, weil die Bahnlinie die Fahrgastzahlen der Verkehrsbetriebe des Kreises Plön beeinflussen werde. Das führe entweder zur Ausdünnung im Busliniennetz oder zu steigenden Kosten. „Der Einsatz von Steuergeldern bedarf der Abwägung, ob die Maßnahme dem Allgemeinwohl dient oder nicht“, heißt es.

Die Unterzeichner plädieren dafür, statt Millionen in ein „riskantes und unwirtschaftliches Projekt zu stecken oder zumindest hoch spekulativ zu verplanen“, die Gelder besser zur Optimierung des Busliniennetzes im Kreis Plön sowie im Kieler Umland oder zur Sanierung bestehender Bahnstrecken und -brücken zu verwenden.

Für neue Diskussionen sorgte die überraschende Ankündigung von Staatssekretär Frank Nägele, nun doch noch einmal zusätzliche Haltepunkte in Passade und Fiefbergen zu prüfen. „Wir empfinden das als Hinhaltetaktik“, sagt Passades Bürgermeisterin Annette Blöcker. Obwohl sie persönlich sich einen Halt in Passade wünschen und bei einer Planungsänderung in der Gemeinde neu diskutiert würde, rechne sie nach einer Anfrage bei der Landesweiten Verkehrsservicegesellschaft (LVS) nicht damit. Ihr sei mitgeteilt worden, dass eine Änderung des Konzepts erhebliche Umplanungen bedeute. Bei weiteren Stationen würden sich die Triebwagen statt in Schönberg in Fiefbergen begegnen, dann müsse statt in Schönberg in Fiefbergen ein Kreuzungsbahnhof gebaut werden. Die Gemeinde will jetzt in einer Resolution ein Planfeststellungsverfahren fordern. Das hat Probsteierhagen 2013 getan. Jetzt fordert sie zusätzlich eine Umweltverträglichkeitsprüfung, weil vor allem die Bahnbrücke über die Hagener Au Fledermausgebiet sei und sich im Hagener Moor Ruhe- und Brutplätze besonderer Vogelarten befänden.

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