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Ein Kieler Prinz auf dem Zarenthron

Ausstellung im Museum Ein Kieler Prinz auf dem Zarenthron

Was war Zar Peter III. für ein Mensch? Tatsächlich infantil, unglücklich, dem Alkohol zugetan und regierungsunfähig? Der Kieler Zarenverein will das Bild zu korrigieren. Eine Ausstellung über den Kieler Prinzen zeigt ihn in anderem Licht. Bis zum 10. Juni wird sie im Plöner Kreismuseum gezeigt.

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Zar Peter III. (Helmut Grieser) und seine Gattin Katharina (Astrid Bade) ließen während der Ausstellungseröffnung Geschichte lebendig werden.

Quelle: Anja Rüstmann

Plön. Zur Ausstellungseröffnung gaben sich Zar Peter III., seine Gattin Katharina, seine Tante Elisabeth und andere Figuren des St. Petersburger Zarenhofes die Ehre. Das Barockensemble des Zarenvereins schlüpfte in entsprechende Kostüme, unter bombastische Perücken und spielte Szenen von anno dazumal nach. Geschichte erlebbar. Demnach war Zar Peter III. eher der aufgeklärte Sozialreformer, der wegen seiner fürsorglichen Politik vom einfachen russischen Volk verehrt wurde.

Unglücklich war er vermutlich trotzdem. Die Mutter Anna Petrowna starb kurz nach seiner Geburt 1729 in Kiel, sein Vater, Herzog Karl Friedrich von Schleswig-Holstein-Gottorf, als der Junge elf Jahre alt war. 1742 wurde er von seiner Tante, der Kaiserin Elisabeth, nach St. Petersburg geholt und dort zum Großfürsten und Thronfolger erklärt. 1745 heiratete er Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst, die später den Namen Katharina annahm, und der er als Kind bereits im Eutiner Schlossgarten begegnet war.

Die Ausstellung zeigt Peter III. als aufgeklärten, fortschrittlich denkenden Fürsten. Der Verein recherchierte: Bibliophiles Interesse, Musikalität und ein Engagement für die schönen Künste zeichneten ihn aus. Bereits als Großfürst zeigte er aber auch großes Interesse an den politischen Ideen der Aufklärung und bereitete sein Regierungsprogramm langfristig vor. Kurz nach seiner Thronbesteigung 1762 schloss er Frieden mit Preußen und beendete den Siebenjährigen Krieg. Nur: Gattin Katharina ließ kein gutes Haar an ihm. Sein Sturz 1762 war das Resultat einer Verschwörung in seinem unmittelbaren Umfeld. Er wurde ermordet, Katharina II. ließ sich zur Kaiserin ausrufen.

In der Ausstellung im Kreismuseum ist vieles nachzulesen. Museums-Leiterin Julia Meyer ergänzte eine Vitrine mit Plöner Erinnerungsstücken. Von 1729 bis 1761 wurde das Herzogtum Plön von Herzog Friedrich Carl von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Plön regiert. Sein Glaspokal steht in der Vitrine. Friedrich Carl ließ auch den Rokokosaal im Prinzessinenpalais einrichten, in dem jetzt die Ausstellung präsentiert wird. Und für die Besucherinnen stehen übrigens ein paar nachgemachte Perücken aus der Zeit zum Anprobieren bereit...

Museum des Kreises Plön: Johannisstraße 1. Öffnungszeiten: dienstags bis sonntags 10 bis 12 Uhr sowie 14 bis 17 Uhr. Ostermontag ist geschlossen.

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Hier sehen Sie weitere Bilder von der Eröffnung der Zarenausstellung im Kreismuseum Plön:

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Ein Artikel von
Anja Rüstmann
Holsteiner Zeitung

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