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Plön Gegner eines Baugebietes formieren sich
Lokales Plön Gegner eines Baugebietes formieren sich
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16:59 14.02.2019
Von Nadine Schättler
Luftbild vom Schulzentrum in Heikendorf: Seit 2011 läuft ein Bauleitplanverfahren für das Gebiet zwischen den Straßen Schulredder, Wiesenkamp und Herrkamp, das in unmittelbarer Nähe zur Heinrich-Heine-Schule und dem Friedhof Heikendorf gelegen ist. Quelle: Ulf Dahl
Heikendorf

Seit 2011 läuft ein Bauleitplanverfahren für das Gebiet zwischen den Straßen Schulredder, Wiesenkamp und Herrkamp, das in unmittelbarer Nähe zur Heinrich-Heine-Schule und dem Friedhof Heikendorf gelegen ist. Massive Probleme mit der Entwässerung führten 2014 zu einer Unterbrechung der Planungen, die ursprünglich in Zusammenarbeit mit einem lokalen Investor ein Projekt vorwiegend mit Einzel- und Doppelhausbebauung vorgesehen hatten.

Mit der Immobilienfirma Kieler Stadthaus fand sich 2017 ein neuer Vorhabenträger für die Fläche mit einem Konzept für Geschosswohnungsbau, sodass die Planungen seitens der Gemeinde mit einem kleineren Gebiet wieder aufgenommen wurden. Zum Ärger vieler Anwohner wie Christiane Enders, die zwar nach eigenen Worten grundsätzlich eine Bebauung hinter ihren Grundstücken nicht ablehne, „allerdings nicht in dieser massiven Form“. Was die Anwohner zusätzlich auf die Palme bringt, sind ihrer Meinung nach leere Versprechen der Heikendorfer Kommunalpolitiker. „Wir haben vor der Kommunalwahl schriftliche Briefantworten angefordert, in denen sich fast alle Parteien gegen eine Bebauung ausgesprochen haben, die sich nicht ins Ortsbild einfügt“, sagt Enders.

Gegner eines Baugebietes in Heikendorf formieren sich

Zuletzt haben sie und ihre rund 20 Mitstreiter der Initiative allerdings einen anderen Eindruck gewonnen. „Obwohl die Politik vor einem Jahr eine Reduzierung der Gesamtwohnfläche von dem Investor gefordert hat, ändert sich an dem Entwurf nur marginal etwas“, sagten die Kritiker verärgert über den neuen Architektenplan, der den Bürgern im Rathaus vorgestellt wurde. Dieser sieht acht Wohnblöcke vor, die zweigeschossig und teilweise mit Staffelgeschoss umgesetzt werden sollen.

„Um eine Verschattung für die Anwohner zu vermeiden, haben wir Abstände verändert und im nördlichen Bereich eine treppenweise Verkleinerung der Häuser vorgesehen“, erklärte Architekt Peter Klinck, der den Hochbau für das Kieler Stadthaus plant. Jörg Lewin vom Büro Plankontor versuchte die Wogen im gut besuchten Heikendorfer Rathaus als Begleiter des Bauleitplanverfahrens zu glätten. „Es wird in der Festsetzung maximale Gebäudehöhen geben, die in den politischen Gremien sicherlich noch diskutiert werden.“

Kritiker in Heikendorf monieren Verklotzung

Doch die Kritik von Bürgern auch aus anderen Heikendorfer Wohngebieten riss nicht ab: „Die Verklotzung passt hier überhaupt nicht in das Umfeld“, betonte ein Bürger. Ein anderer beklagte die „absurde Entwicklung“ im Hinblick auf den direkt benachbarten Friedhof als Ruhezone in der Gemeinde. Auch die Verkehrssituation im Schulredder, der von vielen Schülern mit dem Fahrrad genutzt wird, wurde aufgrund der zu erwartenden stark anwachsenden Anwohnerzahl angesprochen.

Bürgermeister Tade Peetz (CDU) versprach, alle Stellungnahmen in der bevorstehenden politischen Diskussion über den Entwurf des Bebauungsplanes zu berücksichtigen. „Wir wollen sehen, dass wir am Ende zu einem vernünftigen Ergebnis kommen“, so Peetz.

Die Begründer der Bürgerinitiative wollen das Verfahren weiterhin im Auge behalten. „Bei dieser klotzigen Bebauung werden wir uns mit mehr Schlagkraft formieren“, sagt Enders. Sie und ihre Mitstreiter fühlen sich durch die „positive Resonanz“ vieler Heikendorfer bestärkt, weitere Schritte zu gehen. „Wir schrecken auch vor einer  Unterschriftensammlung nicht zurück.“

Lesen Sie dazu auch den Kommentar "Politisches Trauerspiel in Heikendorf".

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