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Plön Frischer Glanz für fünf Bilderschätze
Lokales Plön Frischer Glanz für fünf Bilderschätze
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17:16 15.05.2018
Von Merle Schaack
Horst Tuchtenhagen (li.) von der Fielmann AG und Restaurator Jochen Rosehr übergaben die restaurierten Werke Heikendorfer Maler an Sabine Behrens, Leiterin des Heikendorfer Künstlermuseums. Quelle: Merle Schaack
Heikendorf

Vier davon lagerten bisher im Magazin des Museums. „Sie waren verschmutzt, ungerahmt, teilweise durchstoßen, also einfach nicht hängefähig“, sagt Museumsleiterin Sabine Behrens.

Eines der Bilder ist ein besonderer Schatz: ein buntes Landschaftsbild von Heinrich Blunck, das die Museums-Mitarbeiter bei der Sanierung des historischen Atelierhauses Ende der 1990er-Jahre zusammengerollt auf dem Dachboden fanden. „Blunck hatte wohl das Gefühl, dass es in der politischen Umgebung des Nationalsozialismus gefährdet war“, mutmaßt Hermann Marquort, Geschäftsführer der Heinrich-Blunck-Stiftung, die das Museum trägt.

Dicker Farbauftrag eine Herausforderung

„Ein Dachboden ist der denkbar schlechteste Ort, um ein Bild aufzubewahren“, sagt Restaurator Jochen Rosehr. Durch wechselnde Temperaturen und Luftfeuchtigkeit quillt das Leinwand-Gewebe mal auf, mal zieht es sich zusammen. Ein Vorgang, der beim Blunck-Bild dazu geführt hat, dass sich Farbschollen lösen.

Auch wenn es bereits einmal restauriert wurde, war es wieder ein Fall für Rosehr. Zumal Blunck, der zwischen 1909 und 1963 wirkte, keine Grundierung auftrug. Wo normalerweise ein Kreidegrund zwischen Leinwand und Farbe einige Bewegungen ausgleicht, malte Blunck direkt auf der Leinwand. Mit der Folge, dass die Schollen immer wieder Gefahr laufen, sich zu lösen. Indem er Polyvinylacetat unter die einzelnen Farbschollen injizierte, sicherte Rosehr sie wieder ab.

Die anderen Schätze musste der Restaurator hauptsächlich reinigen. „Blunck hat extrem pastos gemalt, sagt Rosehr und meint damit den dicken Farbauftrag, durch den die Farbe an vielen Stellen reliefartig hervorsteht. „Da war es nicht ganz so einfach, den Dreck überall aus den Oberflächen zu bekommen.“

Zwei der Bilder in Herbstausstellung

Die „Baumstämme bei Sonnenlicht“ von Rudolf Behrend aus dem Jahr 1944 hat er zudem neu aufgekeilt. Außerdem legte er auf der Rückseite ein weiteres Bild frei. Während dieses Werk einen Platz in der ständigen Ausstellung bekommen soll, werden zwei der restaurierten Bilder ab Herbst in der Ausstellung „Künstlerkolonie Heikendorf zwischen den Kriegen“ zu sehen sein. Darunter der Beginenhof in Gent von 1917/18 von Blunck. Und das Porträt eines Möltenorter Fischers von Georg Burmester, das um 1943 entstand.

Ein ungewöhnliches Blunck-Bild von 1921 komplettiert das frisch restaurierte Quintett. Es zeigt reetgedeckte Häuser auf der Insel Alsen bei Mondschein. „Mondschein kennt man kaum von Blunck“, so Marquort. „Die Farbigkeit mit Grün und Violett ist auch ungewöhnlich.“ Er bedankte sich bei der Fielmann AG, die in diesem Jahr insgesamt eine fünfstellige Summe in das Museum steckt. „Wir selbst als Heinrick-Blunck-Stiftung könnten das nicht selbst realisieren“, sagt er.

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