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Plön Munitionsfund: Mann schwer verletzt
Lokales Plön Munitionsfund: Mann schwer verletzt
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14:35 14.01.2014
Von Günter Schellhase
Der Strandabschnitt wird nach weiterer Munition abgesucht. Quelle: LKA
Kiel

Ein 67 Jahre alter Mann hat Montag gegen 12.50 Uhr am Strand in Hubertsberg in der Nähe von Hohenfelde ein Objekt gefunden, das einem Bernstein ähnlich sieht, und in die Hosentasche gesteckt. Daraufhin ging der Gegenstand in Flammen auf. „Einige Minuten später entzündete sich plötzlich der Brocken mit einer Stichflamme und setzte die Bekleidung des Mannes in Brand“, sagte Verena Kalus, Sprecherin des Landeskriminlamtes (LKA). Ein Angler leistete Erste Hilfe und alarmierte den Rettungsdienst. Der 67-Jährige erlitt schwere Brandverletzungen dritten Grades. Er wird nach LKA-Angaben derzeit in einer Spezialklinik behandelt. Lebensgefahr besteht nach aktueller ärztlicher Einschätzung nicht mehr. Nach ersten Ermittlungen dürfte es sich bei dem aufgesammelten Brocken um Phosphor gehandelt haben. Die Herkunft ist noch unklar.

Weißer Phosphor ist selbstentzündend, hochgiftig und im Meer unbegrenzt beständig. Es kann aufgrund seines Äußeren leicht mit Bernstein verwechselt werden. Phosphor lässt sich nicht mit Wasser löschen. Der betroffene Strandabschnitt wurde gesperrt und von Kräften des Kampfmittelräumdienstes erneut abgesucht, um weitere Gefahren für die Bevölkerung zu minimieren.

Durch Munitionsfunde am Strand kann es zu unterschiedlichen Gefahren für Menschen kommen. Kampfmittel und Sprengstoffe sind gesundheitsschädlich. „Am Strand gefundene, unbekannte Objekte sollten deshalb nicht berührt oder mitgenommen werden“, sagte Kalus. Informationen zur Munitionsbelastung der deutschen Meeresgewässer und Verhaltenshinweise im Internet auf den Seiten der Landesregierung Schleswig-Holstein.

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